
Katharsis [Alt. Version]
▌│█║▌║▌║ 𝙇𝙮𝙧𝙞𝙘𝙨 𝙗𝙮 𝙏𝙧𝙞𝙥𝙎 ║▌║▌║█│▌ [Verse 1] Mein ganzer Kosmos ist das Dorf, in dem ich lebe, und selbst davon hab ich die Hälfte nie gesehen, weil ich selten was wage. Meine Selbstbeständigkeit unterwiegt all dem, was ich sage. Existenz zerfrisst meinen Verstand, Rauschmittel halten mich zusammen, als wären es Telomerase. Doch mit dem Gebrauch von Substanz folgt auch schnell die Toleranz, und so beginnt er von vorne, dieser teuflische Tanz. [Verse 2] Frag mich, warum wurde ich so kalt. Das kann ich euch sagen, die Antwort hab ich parat, denn... In meinem Hirn sperren sich Synapsen, um mich vom Zerfall abzukapseln. Mentale Erosion, gefolgt von Isolation, füttert den Zyklus immer weiter und hindert die Zyrkulation einer gescheiten Lebensvision. Mit 15 äußerte ich zum ersten Mal diesen Wunsch: "Ich hoff, ich sterbe jung." [Verse 3] Mein Leben ist ein geteiltes Paradoxon. Eine Hälfte ist im Reinen, aber auch nur, wenn ich high bin. Die andere, gut im Verkleiden, sie hasst mich, seit ich klein bin. Ein Konflikt lässt sich nicht vermeiden. All das Schlechte wächst an Masse, dachte, ich erkenne ihre Masche. Das Problem bin nicht ich, sondern ihre hässlichen Grimassen. Ich dachte, das wär Einsicht, doch eigentlich ist Einsicht nur die Akzeptanz, dass du nicht frei bist. Versuche, diese Schuld in Sound zu wandeln. Ich dementiere nichts, ich trag die Schuld wie einen Mantel. [Verse 4] Meine Emotionen reagieren in hoher Amplitude. Diese Apathie äußer ich mit Beats pro Minute. Gedanken kategorisiert, organisiert bahnen sie sich den Weg so wie Bosone, kämpfen sich durch Botenstoffe, um mir irgendwas zu geben, durch das ich wieder hoffe. Ich schrei den Schmerz in diese Lyrik, viel Empathie bleibt hier nicht übrig. Reinige mich selbst mit einem Text, der mir aufzeigt, warum die Welt so schwarz ist. Nenn den Song doch gleich Katharsis. [Verse 5] Warum fühl ich mich so ambivalent? Ich kenne keinen mehr, der mich noch kennt. Mein Bewusstsein, nur ein Fragment von dem, was es mal war. Warum bin ich zu mir selbst so unnahbar? Fühle mich so leer. Sprech ich mit mir selbst, höre ich die Resonanz von gähnender Leere, und hin und wieder spür ich einen leichten Krampf. Ich lade die Waffe mit Blei, verdammt. In mir wurde alles statisch, die Welt, in der ich lebe, ist schon lange nicht mehr magisch.

