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Drei Schlüssel (Teil 5: Funkstille) #LABYRINTH

V5

[Intro spoken, microfone fx, müde, sachlich] "Zentrale, hier RTW 4-12. Patient... männlich, ca. 30 Jahre. Schweres Trauma. Wir haben die Reanimation eingestellt. Todeszeitpunkt: 23 Uhr 42. Wir rücken ein." [Verse 1, [Nur eine einsame Gitarre, die ganz langsam drei tiefe Akkorde wiederholt.] Der Asphalt glänzt wie ein schwarzer Fluss im Licht. Das Blau der Blitzer schneidet durch die Schicht Aus Nebel, Dampf und diesem feinen, kalten Regen. Ich steh' hier draußen, kann mich kaum noch regen. Meine Handschuhe sind blau, verklebt und nass. Ich schau' ihn an – in seinen Augen nur noch Glas. [Verse 2 Musik bleibt minimalistisch, wird fast unhörbar] Da liegt ein Schlüsselbund, im Rinnstein, ganz allein. Drei Schlüssel an 'nem Ring, im fahlen Schein. Einer aus Eisen, grob für das Garagentor. Ein silberner vom Briefkastenschlitz, so kam's mir vor. Und der kleine aus Bronze... der für sein Zuhaus'. Er hielt ihn fest. Er wollte wohl noch raus. [Chorus, Gesang wird klarer, traurig, keine Power mehr, nur noch Resignation] "Da sind keine Türen. Da ist kein Geheimnis mehr." Nur verbogenes Blech und ein Herz, das ist leer. Die Stimmen im Flüstern? Das war nur unser Funk. Das Spiegelgrab am Boden? Nur ein Pfützen-Trunk. Keine Reise, kein Licht, kein Schrei, der uns rettet. Nur ein Ende im Regen, in Ketten gebettet. Drei Schlüssel im Dreck. [Bridge, Das Cello setzt ein letztes Mal ein, spielt eine absteigende Linie] Ich heb' den Bund auf, steck' ihn in 'nen Beutel aus Plastik. Die Nummer 104. Eine Nummer. Keine Fantastik. Das 'Aleph' am Ring? Nur ein Logo vom Wagen. Vom Aufprall zerdrückt, an all diesen Tagen. Wir decken ihn zu. Die Decke ist grau. Am Horizont wird der Himmel schon wieder... blau. [Outro, wisper Die Gitarre verstummt. Nur noch das Geräusch von Schritten auf nassem Asphalt.] Niemand hat gewonnen. Kein Weg führt zurück. Das Echo ist... [tiefer Atemzug] ...verstummt. [Sound: cardoor closed, car starts]