Song Cover Image

Der Mensch (Den Ich Damals Suchte)

STUDIO

[Intro] Ich hab oft zurückgeschaut in alte Tage, nur um zu sehen: da stand keiner an meiner Seite. Also bau ich mir den, den ich damals gebraucht hab [Vers 1] Ich war das Kind, das immer zu viel Raum verschlingt, zu laut im eigenen Kopf, wenn die Welt um mich singt. Hab in Klassenzimmern gesessen, ohne wirklich da zu sein, während jedes Lachen außen wie aus Glas in mir zerspringt. Die Decke über mir hat Nächte festgehalten und gedehnt, die Lampe hat gebrannt, bis der Morgen sich verdreht. Ich lag wach und hab gedacht, ich wär falsch konstruiert, als wär irgendwas in mir von Anfang an schief montiert. Meine Pläne lagen irgendwo zwischen Staub und Papier, in Schubladen, die keiner öffnet, nicht mal ich von hier. Und jedes „Du musst nur glauben“ klang wie leerer Hall, wenn niemand da war, der mir zeigt, wie das überhaupt geht, egal. [Pre-Chorus] Keiner hat gesagt: „Bleib, auch wenn’s in dir zerreißt, das hier geht nicht sofort, aber irgendwann wird’s leicht.“ [Chorus] Also werd ich jetzt der Mensch, kein Retter, kein Held, aber jemand, den ich früher gebraucht hätt in meiner Welt. Einer, der bleibt, wenn im Kopf alles brennt und fällt, der die eigene Hand hält, wenn sonst keiner mehr hält. Und wenn ich wieder sinke in dieses alte Loch, steh ich diesmal selbst auf, irgendwie, trotzdem noch. Ich glaub mir jedes Wort, das ich mir selber geb, weil keiner außer mir weiß, wie sich mein Innenleben hebt. [Vers 2] Ich hab gelernt, dass Stärke nicht laut durch Räume schreit, sondern still neben dir sitzt, wenn niemand sonst mehr bleibt. Hab mich verdreht, nur um in fremde Formen zu passen, und merkte irgendwann: Ich verliere mich in diesen Straßen. Die Stimmen in mir klangen lange wie Gegner im Kopf, doch heute weiß ich: sie sind Wunden, kein feindlicher Stoff. Jede Narbe ist ein Satz, den mein Leben mir schreibt, kein Zeichen von Schwäche, eher Beweis, dass es bleibt. Und wenn ich heute fall, dann nicht mehr einfach nur so, ich merk den Boden unter mir und steh trotzdem irgendwo. [Pre-Chorus] Keiner hat mir gezeigt, wie Hoffnung wirklich klingt, also bau ich sie mir selbst, bis sie irgendwann singt. [Chorus] Also werd ich jetzt der Mensch, kein Retter, kein Held, aber jemand, den ich früher gebraucht hätt in meiner Welt. Einer, der bleibt, wenn im Kopf alles brennt und fällt, der die eigene Hand hält, wenn sonst keiner mehr hält. Und wenn ich wieder sinke in dieses alte Loch, steh ich diesmal selbst auf, irgendwie, trotzdem noch. Ich glaub mir jedes Wort, das ich mir selber geb, weil keiner außer mir weiß, wie sich mein Innenleben hebt. [Bridge] Ich hab mich lang in Erwartungen fast selbst verloren, in stummen Rollen, die mich langsam neu geboren. Doch ich grab mich jetzt durch all den Dreck, der mich hielt, bis ich den Teil von mir find, der noch echt in mir spielt. Ich trag mich raus aus dem Bild, das ich nie wirklich war, aus dem alten Satz von „Du bist nicht genug“ Jahr um Jahr. Ich bin nicht fertig, nicht heil, aber ich geh jetzt vor, und reiß mir selbst die Türen auf, die ich vorher verlor. [Final Chorus] Also werd ich jetzt der Mensch, der bleibt, wenn alles fällt, der sich selbst nicht verlässt, auch wenn nichts mehr hält. Ich leg die Hand auf mein Herz, wenn es leise zerbricht, und geh durch den Sturm, auch wenn keiner mehr spricht. Ich bin nicht der, der gewonnen hat - sondern der, der bleibt, der sich selbst nicht mehr aus seinen eigenen Gedanken vertreibt. Und wenn keiner mehr da ist, dann bleib ich mir nah, weil ich der bin, den ich früher gebraucht hab – und da. [Outro] Ich werd der Mensch, den ich früher gesucht hab.