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Wenn meine Stimme leise wird

WENN MEINE STIMME LEISE WIRD [Intro – leise] Hab keine Angst vor meiner lauten Stimme. Hab Angst vor dem Tag, an dem sie leise wird. [Verse 1] Du kennst mich laut, wenn etwas weh tut, kennst jedes „Warum?“ in meinem Blick. Kennst meine Worte, meine Fragen, mein „Komm, wir kriegen das noch hin“. Ich hab geredet, hab gestritten, hab erklärt, bis nichts mehr ging. Nicht weil ich gegen dich gekämpft hab — sondern weil ich an uns hing. [Pre-Chorus] Solange ich noch frage, ist mir die Antwort nicht egal. Solange ich noch wütend werde, glaub ich an uns jedes Mal. [Chorus] Doch was, wenn meine Stimme leise wird? Wenn ich nicht mehr schreie, nicht mehr frag? Wenn dein „Es wird schon“ mich nicht mehr trifft und ich nur noch sage: „Ja.“ Was, wenn plötzlich Ruhe zwischen uns ist und du glaubst, jetzt wär alles gut? Vielleicht ist das nicht Frieden. Vielleicht fehlt mir nur der Mut, noch einmal um etwas zu kämpfen, das sich immer weiter von mir entfernt. Hab keine Angst, wenn ich laut bin. Hab Angst, wenn meine Stimme leise wird. [Verse 2] Vielleicht räum ich dann noch die Tassen weg, frag dich, wie dein Tag so war. Vielleicht lieg ich nachts noch neben dir, und trotzdem bin ich nicht mehr da. Keine Türen, die ich zuschlage, keine Tränen, die du siehst. Keine endlosen Diskussionen, weil du meine Antwort längst schon liest. Ich werde nicht plötzlich kalt sein, vielleicht sogar ungewöhnlich ruhig. Denn irgendwann wird aus „Bitte hör mich“ nur noch: „Ist schon gut.“ [Pre-Chorus] Und dieses „Ist schon gut“ kann manchmal heißen: Ich hab keine Kraft mehr dafür. Nicht: Ich hab dir verziehen. Nur: Ich diskutiere nicht mehr mit dir. [Chorus] Was, wenn meine Stimme leise wird? Wenn ich nicht mehr schreie, nicht mehr frag? Wenn ich nicht mehr wissen will, wo du bist und was du machst? Was, wenn plötzlich Ruhe zwischen uns ist und du glaubst, wir hätten es geschafft? Vielleicht hab ich nur aufgehört, uns beide durch die Nacht zu tragen mit der letzten Kraft. Hab keine Angst vor meinen Fragen. Hab keine Angst vor meinem Zorn. Solange ich noch mit dir kämpfe, hab ich uns noch nicht verlor’n. [Bridge – fast geflüstert] Denn Gleichgültigkeit ist leise. Sie wirft keine Gläser. Sie schlägt keine Türen. Sie verlangt keine Antworten. Sie kontrolliert nichts. Sie wartet nicht. Sie steht irgendwann morgens auf, macht Kaffee, schaut aus dem Fenster — und merkt, dass sie nichts mehr wissen muss. [Build] Und genau davor solltest du Angst haben. Nicht vor meinem „Warum?“ Nicht vor meinem „Schon wieder?“ Nicht vor Tränen. Nicht vor Streit. Sondern vor dem Tag, an dem du mich verletzt — und es in mir still bleibt. [Final Chorus – groß] WENN MEINE STIMME LEISE WIRD, dann hör genauer hin! Denn vielleicht ist diese Stille nicht der Frieden, den du willst. Wenn ich nicht mehr um uns kämpfe, nicht mehr frage, nicht mehr schrei, kann es sein, dass ich nicht aufgebe — sondern innerlich schon weitergeh. Ich wollte nie gewinnen. Ich wollte, dass du mich verstehst. Ich wollte nie gegen dich kämpfen. Ich wollte wissen, ob du neben mir stehst. [Drop – nur Stimme] Also wenn ich morgen wieder laut bin, wenn ich frage, wenn ich weine, wenn ich sage: „So geht es nicht“ — dann hör mich. Denn ich rede noch mit dir. [Outro – fast tonlos] Aber wenn ich irgendwann nur lächle und sage: „Ist schon okay.“ Dann schau mich an. Vielleicht ist es das erste Mal, dass wirklich gar nichts mehr okay ist.