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Eiszeit im Herzen (und am Gehsteig)

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V5

Der Himmel grau wie a alter Pulli, die Sonne hat heut frei genommen. I steh vorm Haus mit’m Autoschlüssel, und spür: Der Winter is angekommen. Die Tür pickt zua, die Finger taub, mein Atem macht jetzt Nebelshows. I fluch ganz leise, dann sehr laut, weil mein Kaffee scho wieder frost. Und irgendwo spielt wer a traurige Gitarre, als wär grad die Welt kurz vorm Zerbrechen. Dabei is’ nur der Gehsteig glatt und i rutsch elegant ins Leben. Es is Eiszeit (Eiszeit) – mitten in mei’m Herz, minus zehn Grad, und des nur wegen dir, du Winter-Scherz. I rutsch dahin mit Würde (na gut… fast), große Gefühle, kleiner Aufprall, arger Spaß. Eiszeit, Eiszeit – dramatisch wie nie, a Rockballade für a g’frorene Partie. Wenn des kein Film is, dann was weiß i schon, mei Leben auf Glatteis – in Zeitlupe davon. Der Wetterbericht hat’s eh angekündigt, i hab natürlich net zuag’hört. Jetzt trag i drei Schichten Hoffnung, und trotzdem friert ma jede G’fühlseck’n ein, ungestört. Die Nachbarin winkt ganz mitleidig, sie geht wie a Profi-Pinguin. I lieg fast quer zur Realität und denk: Des hätt auch epischer sein können. Die Gitarre weint jetzt no a bissl mehr, der Chor im Hintergrund hebt an. Dabei such i nur meine Handschuh’, die seit Oktober verschollen san. Es is Eiszeit (Eiszeit) – mitten in mei’m Herz, i tu so, als wär des Drama echt und net nur Winter-Schmerz. I rutsch dahin mit Würde (jetzt lieg i da), große Ballade, kleines Malheur – na wunderbar. Eiszeit, Eiszeit – Applaus von der Stroßn, mei Sturz war synchron, fast schon mit Maß. Wenn das kein Austropop is, dann weiß i’s nimmer mehr, so viel Gefühl – für so wenig Schnee, bittesehr. Vielleicht taut irgendwann alles wieder auf, die Straßen, die Finger, das Gemüt. Bis dahin spiel i halt den Helden in a Jack’n, die viel zu dünn is für des G’fühl. Es is Eiszeit (Eiszeit) – doch i lach trotzdem drüber, weil ma ohne Humor im Winter nur verliert. Große Musik für kleine Sorgen, a Lied, des ausrutscht – aber trotzdem steht. Eiszeit, Eiszeit – Vorhang, Applaus, i geh jetzt heim… und rutsch no amoi aus (aua).