
[Strophe I] Man lehrte sie, einander zu hassen, man lehrte sie, Grenzen zu zieh'n. Doch Herzen lassen sich nicht befehlen, wenn sie einmal füreinander glüh'n. Sie trugen die Namen verfeindeter Mächte, zwei Welten, die niemals verzeih'n. Doch was zwischen ihnen im Stillen erwachte, durfte nach fremdem Willen nicht sein. [Strophe II] Sie floh vor dem Schmerz auf die Insel im See, ließ Tränen zurück und ein endloses Weh. Wo Wasser sich sammelte, still und allein, sollt' fortan ihr Kummer bewahrt worden sein. Und er blieb gefangen, verdammt durch den Fluch, ein Schatten, gezeichnet von endlosem Schmerz. Kein Fallen, kein Sterben befreit ihn davon, kein Ende erlöst sein gefangenes Herz. [Refrain] Tränen zweier Völker, geboren aus Leid, zwei Herzen, getrennt durch die Hände der Zeit. Was Liebe verbunden, riss Macht entzwei, und keiner der beiden war jemals mehr frei. Oh, wer darf bestimmen, wen ein Herz liebt? Wer nimmt sich das Recht, das Schicksal zu schmieden? Und wenn alle Hoffnung im Dunkel versinkt, bleibt eine Träne, die ihren Namen klingt. Lacrime di dui populi, nate da u dulore, dui cori siparati da e mani di u tempu. Ciò chì l'amore hà unitu, u putere hà spartutu, è nisunu di i dui hè statu mai più liberu. Oh, quale pò decide quale un core ama? Quale si piglia u dirittu di furmà u destinu? È quandu ogni speranza sparisce in u bughju, ferma una lacrima chì ne canta u nome. [Strophe III] Und jedes Mal, wenn sein Schatten fällt, weint er eine Träne aus einer anderen Welt. Der Tod mag ihn holen, doch nimmt ihn nicht fort, der Fluch hält ihn fest an demselben Ort. So weint auch Tyros, so weint auch sie, zwei Seelen in Trauer, vereint wie noch nie. Sie weint um das Leben, das niemals begann, er weint um das Ende, das er nicht haben kann. [Bridge] Vielleicht ist die Liebe kein Schild gegen Klingen, kein Schwur, der die Mächtigen zwingt, nachzugeben. Vielleicht kann sie bleiben, wenn alles zerbricht, doch nimmt sie den Liebenden den Schmerz nicht. Denn wer über andre ihr Schicksal verhängt, hat nie ihre Herzen, nur Körper bedrängt. Und selbst wenn die Welt ihre Bande zerreißt, bleibt Leid, das noch nach Jahrhunderten weint. [Letzter Refrain] Tränen zweier Völker, im Wasser vereint, von Telith geweint, von Tyros beweint. Sie füllen den See, er verliert sie im Fall, doch keine erlöst ihn, nicht einmal der Schall. Zwei Herzen, getrennt durch den Willen der Macht, zwei Seelen, gefangen in ewiger Nacht. Und fragt einst die Welt, was die Tränen erzählen, dann hört, wie die Mächtigen Herzen bestehl'n... Lacrime di dui populi, unite in l'acqua, da Telith versate, da Tyros pienghjute. Empienu u lavu, ellu e perde cascendu, ma nunda u libera, mancu a morte venendu. Dui cori siparati da a vulintà di u putere, duie anime prigiunere in una notte senza fine. È s'un ghjornu u mondu dumanda ciò ch'elle contanu, ascultate cumu i putenti i cori spiantanu...

