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Was bleibt, ist unser Klang

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V6

Fest gemauert in der Erden Steht die Form, aus Lehm gebrannt. Heute muß die Glocke werden! Frisch, Gesellen, seid zur Hand! Ein Feuer brennt tief unter der Erde, ein Funke fällt in dunkle Zeit. Aus Erz und Glut soll etwas werden, das länger klingt als unser Leid. Noch ist es still in diesen Mauern, noch schläft der Klang im heißen Stein. Doch was wir heute hier erschaffen, wird eines Tages Stimme sein. Was bleibt, ist unser Klang, wenn unsere Zeit vorübergeht. Ein Ton, der durch die Jahre trägt, ein Lied, das niemals ganz verweht. Was bleibt, ist unser Klang, aus Feuer, Hoffnung, Schmerz und Licht. Und wenn die Welt sich weiterdreht, verstummt die Erinnerung nicht. Denn mit der Freude Feierklange Begrüßt sie das geliebte Kind Auf seines Lebens erstem Gange, Den es in Schlafes Arm beginnt. Ein Kind erwacht in dieser Welt, die Glocke singt den ersten Ton. Noch weiß es nichts von all den Wegen, von Abschied, Liebe, Angst und Lohn. Die Jahre ziehen wie die Wolken, aus kleinen Händen werden groß. Wir lernen halten und verlieren, und irgendwann auch loszulassen. Was bleibt, ist unser Klang, wenn unsere Zeit vorübergeht. Ein Ton, der durch die Jahre trägt, ein Lied, das niemals ganz verweht. Was bleibt, ist unser Klang, aus Feuer, Hoffnung, Schmerz und Licht. Und wenn die Welt sich weiterdreht, verstummt die Erinnerung nicht. O! zarte Sehnsucht, süßes Hoffen, Der ersten Liebe goldne Zeit! Zwei Menschen stehen sich gegenüber, ein Blick, ein Wort, ein Augenblick. Sie bauen Träume aus Versprechen, und nennen dieses Wunder Glück. Doch keine Liebe bleibt verschont von Tagen, die im Schatten stehen. Manchmal muss man sich verlieren, um sich später neu zu sehen. Wohltätig ist des Feuers Macht, Wenn sie der Mensch bezähmt, bewacht. Doch Feuer kennt auch andre Wege, es wärmt und kann vernichtend sein. Ein Haus, ein Leben, eine Hoffnung, was eben stand, fällt plötzlich ein. Die Glocke ruft durch Rauch und Flammen, die Menschen laufen durch die Nacht. Und zwischen Asche, Angst und Tränen wird neuer Lebensmut entfacht. Was bleibt, ist unser Klang, auch wenn die Welt in Scherben liegt. Wenn alles, was wir sicher glaubten, dem Lauf der Zeit nicht widersteht. Was bleibt, ist unser Klang, ein leiser Ton, der weiterlebt. Solang ein Mensch den andern hält, ist noch nicht alles fortgeweht. Ach! die Gattin ist’s, die teure, Ach! es ist die treue Mutter, Die der schwarze Fürst der Schatten Wegführt aus dem Arm des Gatten. Und plötzlich steht die Zeit ganz still, kein Wort, das diesen Schmerz erklärt. Ein Platz am Tisch bleibt für immer leer, ein Name, der zum Herzen gehört. Die Glocke schlägt, die Menschen schweigen, ein letzter Weg, ein letzter Blick. Und alles, was wir Liebe nannten, bleibt als Erinnerung zurück. Doch irgendwo in all den Jahren beginnt ein neuer Morgen sacht. Aus dem, was einmal Glut gewesen, ist längst ein heller Klang erwacht. Freude dieser Stadt bedeute, Friede sei ihr erst Geläute. Was bleibt, ist unser Klang, der weit über die Dächer zieht. Aus tausend Stimmen wird ein Chor, aus jedem Leben wird ein Lied. Was bleibt, ist unser Klang, durch alle Zeiten trägt er weit. Wir kommen, lieben und wir gehen, doch etwas bleibt von unserer Zeit. Was bleibt, ist unser Klang, wenn unsere Zeit vorübergeht. Und wenn der letzte Ton verklingt, ein neuer irgendwo entsteht. Freude dieser Stadt bedeute, Friede sei ihr erst Geläute. Was bleibt, ist unser Klang.