[Intro] Der Eisbär … [Strophe 1] Über Zimmer 308 Gab es unten viele Geschichten Der Nachtportier behauptete Dort hätte mal ein Minister gewohnt Jetzt lebte da seit Wochen Eine Frau namens Verena Mit drei schweren Koffern Und einem weißen Dobermann Sie frühstückte grundsätzlich allein Las die Zeitung nur im Wirtschaftsteil Und trug selbst nachts im Aufzug Noch dunkle Sonnenbrillen Wenn jemand sie erkannte Tat sie kurz überrascht Dann sagte sie: „Ach Gott … Das ist ja alles ewig her“ [Pre-Refrain] Aber manchmal nachts Wenn sie zu viel getrunken hatte Sang sie leise französische Lieder Auf dem Balkon im Regen [Refrain] Zimmer 308 Dritte Etage links Wo das Licht nie ganz ausgeht Und morgens nach Whiskey riecht Zimmer 308 Mit Blick auf den Hinterhof Da wohnen die Geschichten Die keiner mehr verkauft [Strophe 2] Einmal kam ein viel zu junger Mann Mit Hemd offen bis zur Brust Er trug eine billige Rolex Und roch nach irgendeinem Club Zwei Stunden später Stand er unten an der Rezeption Und fragte leise nach einem Taxi Ohne jemand anzusehen Verena saß derweil oben Im Bademantel am Fenster Und aß Erdbeeren aus der Minibar Als wäre nichts passiert Im Fernsehen lief ein Kreuzfahrtschiff Durch irgendeine Abendshow Sie schaltete sofort weiter Zu einem alten Schwarzweißfilm [Pre-Refrain] Denn früher war für sie Alles größer Teurer Und deutlich gefährlicher [Refrain] Zimmer 308 Dritte Etage links Wo das Licht nie ganz ausgeht Und morgens nach Whiskey riecht Zimmer 308 Mit Blick auf den Hinterhof Da wohnen die Geschichten Die keiner mehr verkauft [Bridge] Der Portier sagte später: „Solche Frauen verschwinden nie ganz“ Sie wechseln nur Hotels Städte Und Nachnamen [Final-Refrain] Zimmer 308 Die Vorhänge halb offen Unten wurde es langsam hell Oben lief noch Chet Baker Verena schlief im Sessel ein Mit einem Glas in ihrer Hand Wie ein altes Casino Das irgendwann vergessen wurde Aber nachts noch leuchtet