
[Spoken narration. No music. No singing. Intimate, low female voice. Slightly raspy. Warm and reflective at first. Gradually becomes darker and more ominous.] [The chapter begins with very soft, warm medieval ambience. Sparse lute and distant harp.] [Long pause.] Orks werden nicht sehr alt. Das hatte ich immer gewusst. Aber Wissen macht einen Abschied nicht leichter. [Pause.] Gukdalma wurde siebenundsechzig Jahre alt. Für einen Ork war das ein unglaubliches Alter. Für mich… [Long pause.] …war es viel zu früh. [Quiet breath.] Als sie starb, verlor ich meine Lehrerin. Meine Mutter. Meine Freundin. [Pause.] Und plötzlich war da niemand mehr, der mir sagte, was als Nächstes zu tun war. [Long pause.] [The music remains warm, but becomes quieter.] Der Clan brauchte eine neue Schamanin. Und sie sahen mich an. [Short pause.] Also übernahm ich Gukdalmas Rolle. [Pause.] Ich war inzwischen lange genug bei ihnen gewesen, um zu wissen, was das bedeutete. Ich musste nicht mehr lernen, wie man zu ihnen gehörte. Ich gehörte bereits dazu. [Her voice warms.] Sie liebten mich. Und ich liebte sie. [Pause.] Vielleicht war ich gerade deshalb so wichtig für sie. Vielleicht lag es aber auch daran, dass inzwischen jeder wusste, dass man besser keinen Ärger machte, solange ich in der Nähe war. [Quiet amused breath.] Meine Ausstrahlung war… …nun ja. Nicht gerade freundlich. [Small pause.] Und meine Klauen waren damals noch wesentlich länger als heute. Aber dazu komme ich später. [Pause.] Ich war einundneunzig Jahre alt. Seit fast sechzig Jahren reiste ich mit meinem Clan durch die Welt. Und langsam… [Long pause.] …wurde es still. [The music becomes softer and more spacious.] Meine Träume wurden schwächer. Die Stimmen in meinem Kopf verstummten. Das Flüstern der Vettel, das mich seit meiner Kindheit verfolgt hatte, wurde immer leiser. Jahr für Jahr. Bis irgendwann ganze Nächte vergingen, ohne dass ich etwas hörte. [Pause.] Ich begann zu glauben, dass es vorbei war. Dass ich endlich frei war. [Long pause.] Ich war glücklich. Wieder einmal. [Pause.] [The warm music slowly begins to fade.] Dann kam diese eine Nacht. [Long pause.] Es war eine sternenlose Nacht. So dunkel, dass selbst meine Augen nichts mehr erkennen konnten. [Short pause.] [The music becomes extremely sparse and dark. Very soft low drone beneath the voice.] Ich weiß bis heute nicht, was damals geschah. Ein Fluch? Ein Angriff? Etwas, das unsichtbar über uns kam? Oder wieder eine Woge des Schicksals? [Pause.] Ich weiß nur, dass viele meiner Freunde in dieser Nacht starben. Und dass ich selbst nur mit viel Glück entkam. [Long pause.] Ich hatte noch nie zuvor solche Angst gehabt. Nicht einmal damals, als ich siebenundzwanzig war. Nicht einmal, als man mich aus meinem Dorf vertrieb. Diese Angst war anders. Sie war größer. Sie war… [Pause.] …absolut. [Long silence.] [The music almost completely disappears.] Und dann geschah es wieder. [Very quiet.] Das Flüstern. [Pause.] Ich kann mich nicht mehr genau daran erinnern, was in dieser Nacht wirklich mit mir passiert ist. Meine Erinnerungen sind… [She hesitates.] …Lücken. Dunkle Stellen. Aber ich erinnere mich an die Hochebene. Ich saß dort allein. Keine Menschen. Keine Sterne. Nichts. Nur Dunkelheit. [Long pause.] Und dann sah ich sie. [Very quiet.] [The music becomes subtly otherworldly. Almost imperceptible high, distant tones.] Augen. So hell wie der Mond. Sie blitzten zwischen den dunklen Fäden meiner Sinne auf. Und dann hörte ich eine Stimme. [Long pause.] So laut… …dass ich glaubte, sie könnte die Erde zerreißen. [Silence.] Ich weiß nicht, was sie sagte. Nicht mehr. Vielleicht hat sie gar keine Worte benutzt. Vielleicht war es nur ein Gedanke. Ein Befehl. Ein Ziel. Etwas, das erreicht werden musste. [Pause.] Dann wurde alles schwarz. [Long pause.] Als ich am nächsten Morgen erwachte… [Short pause.] …war ich nicht mehr allein. [Long pause.] [The music remains almost silent.] Ein Rabe saß mir gegenüber. Schwarz. Nicht einfach schwarz. Sondern so schwarz, als würde das Licht in ihm sterben. [Pause.] Er sah mich an. Und ich sah ihn an. dann geschah es wieder. [Very quiet.] Das Flüstern. [Pause.] Ich kann mich nicht mehr genau daran erinnern, was in dieser Nacht wirklich mit mir passiert ist. Meine Erinnerungen sind… [She hesitates.] …Lücken. Dunkle Stellen. Aber ich erinnere mich an die Hochebene. Ich saß dort allein. Keine Menschen. Keine Sterne. Nichts. Nur Dunkelheit. [Long pause.] Und dann sah ich sie. [Very quiet.] [The music becomes subtly otherworldly. Almost imperceptible high, distant tones.] Augen. So hell wie der Mond. Sie blitzten zwischen den dunklen Fäden meiner Sinne auf. Und dann hörte ich eine Stimme. [Long pause.] So laut… …dass ich glaubte, sie könnte die Erde zerreißen. [Silence.] Ich weiß nicht, was sie sagte. Nicht mehr. Vielleicht hat sie gar keine Worte benutzt. Vielleicht war es nur ein Gedanke. Ein Befehl. Ein Ziel. Etwas, das erreicht werden musste. [Pause.] Dann wurde alles schwarz. [Long pause.] Als ich am nächsten Morgen erwachte… [Short pause.] …war ich nicht mehr allein. [Long pause.] [The music remains almost silent.] Ein Rabe saß mir gegenüber. Schwarz. Nicht einfach schwarz. Sondern so schwarz, als würde das Licht in ihm sterben. [Pause.] Er sah mich an. Und ich sah ihn an.

