
Verschwinde in der Menge
[Verse 1] Ich geh durch die Menge, doch keiner hält mich fest Hundert Jacken streifen mich, als wär ich nur ein Rest Kiosklicht auf nassem Pflaster, Bus zieht langsam fort Jeder trägt sein eigenes Gewicht an einen andern Ort Mein Name bleibt im Hals stecken, ich schluck ihn einfach runter Zwischen fremden Einkaufstaschen wird mein Atem leiser, bunter Kein Blick bleibt lange hängen, jeder sucht sein Ziel Ich löse mich im Lärm auf, bis ich selber nichts mehr fühl [Pre-Chorus] Wenn du mich suchst, dann such nicht dort, wo alle stehen Ich bin die Lücke zwischen zwei Bewegungen im Gehen [Chorus] Ich verschwinde in der Menge, Schritt für Schritt, Gesicht an Gesicht Bin vorhanden auf dem Bild, doch erkennbar bin ich nicht Die Stadt zählt ihre Köpfe, meiner fällt nicht weiter auf Ich verschwinde in der Menge und tauch irgendwo wieder auf [Verse 2] Neue Stimme, neuer Takt, ich wechsel meine Haut Mal rede ich in kurzen Schnitten, mal bis keiner mehr durchschaut Ich kenn die Wege ohne Namen, Abkürzungen durch den Strom Ein kurzer Blick zur Seitentür, dann bin ich schon davon Die Frau mit dem roten Beutel, der Mann mit dem zerknitterten Plan Wir tragen tausend kleine Fluchten, doch keiner kommt bei sich an Ich geb dem Zufall meine Richtung, lass ihn führen, was er kann Und wenn du glaubst, du hast mich, fängt mein anderes Ich erst an [Bridge] Vielleicht ist Unsichtbarkeit kein Ende, sondern Raum Ein Zimmer ohne Wände, ein noch unbeschriebener Traum Ich muss nicht jede Spur erklären, nicht für jeden sichtbar sein Manchmal wird man wieder ganz, wenn man kurz niemand muss sein [Chorus] Ich verschwinde in der Menge, Schritt für Schritt, Gesicht an Gesicht Bin vorhanden auf dem Bild, doch erkennbar bin ich nicht Die Stadt zählt ihre Köpfe, meiner fällt nicht weiter auf Ich verschwinde in der Menge und tauch irgendwo wieder auf [Outro] An der nächsten Kreuzung dreh ich mich nicht um Die Menge nimmt mich weiter, und zum ersten Mal bin ich nicht stumm

