Song Cover Image

Faust I – Teil 30 Walpurgisnacht

Faust I – Teil 30 Walpurgisnacht [Verse 1] Der Brocken ruft im kalten Wind, wo Nebel alte Namen singt. Das Feuer tanzt auf schwarzem Stein, als wollte selbst die Nacht dort sein. Hexen kreisen Hand in Hand, ein wildes Lied zieht übers Land. Der Mond verbirgt sein bleiches Licht, kein Stern zeigt mehr sein wahres Gesicht. ⸻ [Verse 2] Gelächter hallt durch Fels und Tal, Masken drehen ihren Kreis. Ein jeder tanzt, ein jeder schreit, als gäb es keine Endlichkeit. Mephisto führt mich durch den Strom, durch Rausch, durch Lärm, durch Illusion. Er sagt: „Vergiss, was hinter dir.“ Doch tief im Herzen bleibt sie hier. ⸻ [Pre-Chorus] Je lauter diese Nacht erklingt, desto leiser ihre Stimme singt. Mitten zwischen Feuer und Tanz verlier’ ich niemals ihren Glanz. ⸻ [Chorus] Zwischen Schatten, Rauch und Glut such ich noch immer ihren Mut. Kein Rausch der Welt löscht aus dem Sinn, wo meine tiefsten Wurzeln sind. Die Menge tanzt, die Berge beben, doch ich seh nur ihr stilles Leben. Wo alle feiern bis zum Licht, vergess ich ihren Namen nicht. ⸻ [Verse 3] Da seh ich fern im fahlen Schein eine Gestalt, so still, so klein. Sie steht allein im Nebelmeer, ihr Blick ist traurig, hoffnungsschwer. Ein roter Streif an ihrem Hals, wie ein Schatten alten Schicksals. Ich rufe laut, doch sie verweht, bevor der Morgen aufersteht. ⸻ [Bridge] Ist dies nur Traum, nur dunkler Schein? Oder holt die Wahrheit mich nun ein? Kein Fest kann das Gewissen stillen, kein Lachen meinen Zweifel zwingen. Denn wer die Liebe tief berührt, bleibt ewig mit ihr verbunden. Und selbst im wildesten Gesang bleibt ihre Stimme mein Klang. ⸻ [Final Chorus] Die Feuer sinken in die Nacht, der Morgen hat den Berg bewacht. Der Tanz verstummt, der Nebel weicht, doch meine Seele bleibt nicht leicht. Ich weiß nun tief in meinem Sinn, dass ich nicht länger frei mehr bin. Nicht Hexen, nicht die dunkle Nacht – Gretchens Bild hält über mich die Wacht. ⸻ [Outro] Der Brocken schweigt im ersten Licht, die Schatten lösen langsam sich. Doch eine Ahnung bleibt besteh’n – ich muss zu Gretchen wieder geh’n.