
(Titel: „Windeln, Strandkorb, Doppelwelt“) (Für die Theaterspiel-Reihe – satirischer Kabarett-Song Melodie: flotter Marsch, gern mit Akkordeon, Triangel und einem sehr müden Kontrabass) (Intro) (alle, im Chor, mit Kochtopf, Strandkorb, Parteifahne, Mikrofon): In Berlin, da treibt es bunt und schief, doch jeder hier hat seinen eigenen Tief. Wir singen laut, wir singen schmal, von Elif, Spahn und einem Sonderfall. (Strophe 1 – Elif, die nette Bürgermeisterin aus Berlin:) In Berlin regiert die Elif, freundlich, klug und sacht, sie hat aus Herz und Akten einen Plan gemacht. Sie sagt: „Ihr Lieben, kommt, wir schaffen das mit Stil, doch jeder hier hat einen Tick – und meiner ist: ich trage rote Socken.“ (Refrain (alle):) Oh, Windeln, Strandkorb, Doppelwelt, ein Spahn, der Brei aus Pampers quetscht. Ein Chef, der halbiert und verdoppelt zugleich, ein Medienmann, der falsch liegt – und das reicht. Elif lächelt, winkt ins Rund, der Strandkorb klebt an seinem Mund. So spielt das Theater, so klingt der Verein: Halb, doppelt, falsch – doch nie allein. (Strophe 2 – Spahn, der Windeln kocht:) Am Herd steht der Spahn, die Windel brodelt leise, er würzt mit Koalitionsstreit und Korruption. „Das ist doch gar nicht schlimm“, ruft er, „das ist nur meine Zahnlücke schuld!“ Dann serviert er eine Pampers auf dem Suppenteller. (Strophe 3 – Der Strandkorb-Süchtige:) Der Strandkorb-Süchtige kann nicht ohne, nein, er nimmt ihn mit zum Friseur, ins Büro, zum Schrein. Er flüstert: „Nur noch einmal, dann lass ich los“, doch der Strandkorb wohnt jetzt in seinem Schloß. (Strophe 4 – Der Parteivorsitzende:) Der Vorsitzende brüllt: „Ich teil die andern durch zwei!“ Doch plötzlich hat er sie verdoppelt, und er begreift es nicht. Er rechnet, rechnet, rechnet, kommt auf vier und zweiundvierzig, am Ende hat er weniger als vorher – und alle andern nur am Kopf schütteln. (Strophe 5 – Der Medienvertreter, der alles falsch macht:) Der Medienmann macht alles falsch, mit Fleiß und Dummheit, er fragt den Strandkorb nach dem Parteiprogramm. Er schreibt: „Elif kocht Windeln!“, „Spahn liegt im Strandkorb!“ Und korrigiert dann: „Nein, alles ganz anders!“ – zu spät, es ist schon Schlagzeile. (Bridge (Sprechgesang, einzeln):) Elif: „Tanzen!“ Spahn: „Brei!“ Strandkorb: „Nimm mich mit!“ Chef: „Zwei!“ Medienmann: „Falsch!“ Alle: „Egal!“ So klingt es um Berlin herum von den Verlierern, laut, hetzend, und dank Elif auch bunt und schön. (Refrain (alle):) Oh, Windeln, Strandkorb, Doppelwelt, ein Spahn, der Brei aus Pampers quetscht. Ein Chef, der halbiert und verdoppelt zugleich, ein Medienmann, der falsch liegt – und das reicht. Elif lächelt, winkt ins Rund, der Strandkorb klebt an seinem Mund. So spielt das Theater, so klingt der Verein: Halb, doppelt, falsch – doch nie allein. (Outro (alle, langsamer):) Und fällt der Vorhang, bleibt ein Küchengeruch, ein Strandkorb, ein Parteibuch, ein falscher Spruch. Elif lacht, Spahn rührt, der Chef teilt sich selbst, der Medienmann verliert – und gewinnt das Feld. Denn Theater ist, wenn alles schiefgeht, und am Ende doch ein Lied entsteht. (Vorhang.)

