
Der Mann in der Wüste - 14.07.2000
Der Mann in der Wüste Wenn ich ein Bild malen würde, wenn ich die Farben und die Stimmung so treffen könnte, wie es ein Vincent van Gogh konnte, ich würde einen Mann in der Wüste malen. Warum gerade in einer Wüste, warum gerade wie van Gogh? Weil gerade sein Farbenspiel Bände spricht und dieser Mann seinerzeit in einer Wüste gegangen ist. Farbe in eine Wüste tragen, eine Wüste die einem ablehnend gegenübersteht. Wüsten kämpfen einen Kampf, in dem nur wenige stehen. Ich malte gerne eine Milieustudie, so wie van Goghs „Kartoffelesser,“ eine Familie um den Tisch, Alt und Jung, eine trieste Hoffnungslosigkeit zeichnet die Gesichter. Die Chancenlosigkeit spricht mit den dunklen Tönen. Keine Ausstellung hat es gewagt, den Herrn der vielen Striche in die Mitte zu setzen. Ich malte gerne einen Mann am Meer, würde so gerne wie in der Landschaft mit den Wiesen und Feldern einen Geschmack weitergeben. Van Gogh wollte den Geschmack von Gemüse zum Ausdruck bringen, seinerzeit ist der Künstler nicht zur Anerkennung gekommen, das war nicht die gefragte Kunst. Wobei ich wieder bei dem Mann in der Wüste bin, van Gogh hat das was er wollte nie erlangt, er hat es Zukünftigen geschenkt. Er gab dafür sein Leben. Der Mann in der Wüste ist nüchtern, das Umfeld muss von Farbengewalt strotzen, die Umwelt kämpft nicht, sie zeigt Farbe. Der Mann kämpft, das ist auch in der Bewegungslosigkeit zu spüren. Farben, Striche. Striche, die eine Richtung haben. Einen van Gogh zu verstehn ist leichter, wenn der Mann ins Licht tritt und der Kampf der Person losgelöst vom Ruhm gezeichnet wird. Ein Prediger des Evangeliums wollte er werden. Das irre Gebilde der Christenheit hat eine Reflektion kaum ermöglicht. Flucht in die Farben, Flucht in ein Welt, in der der Mann in der Wüste die Tagesstrecke festlegt. In der Kunst kann nicht nachtarockt werden, irgendwo verdurstete der Mann in der Wüste. Sand bedeckte das Haupt, Sand schob sich in jede offene Ritze. Der Mann starb an der Wand, die ihm die Wüste bot. Es hilft nichts, schade zu sagen, er hätte normal auf Kurs bleiben sollen. Die Mächtigen damals hätten ihn auch in der schönsten Oase über die Klinge springen lassen. Der Mann in der Wüste, wie ich ihn mir vorstelle, geht da weiter, wie die Farben der Umgebung sich blutrot färben. Die Farben der Umgebung werden zur Bedrohung, die Farben der Umgebung machen das, was van Gogh in seinem Bild „das Nachcafe“ beschreibt, die Hölle bricht auf. Und der Mann in der Wüste, er macht nicht viel, er bleibt immer der, als der er in diese apokalyptische Wüste gegangen ist. Er bleibt ein Mensch, der die Hoffnung in sich trägt und diese mit Farben ausdrückte. Ein großer Maler mit wahrlich großen Kunstwerken.

