
Alles und Nichts
[Intro – leise, nah am Mikro] Wir suchen Bedeutung in flüchtigen Dingen, benennen das Außen und überhör’n uns selbst. Wir zählen die Schritte, die scheinbar gelingen – und fragen uns leise, was davon wirklich noch hält. [Verse 1] Wir sprechen in Formen aus eingeübten Gedanken, ein Satz, der schon tausendmal ähnlich begann, wir bauen aus Worten uns sichere Schranken und wundern uns später, warum man uns nie ganz verstand. Wir tragen Gesichter, die niemand hinterfragt, weil jeder sein eigenes Spiegelbild sieht, doch unter der Oberfläche, kaum je gesagt, liegt etwas, das still durch die Risse entflieht. Ein Flimmern von Wahrheit, zu leise für Lärm, zu echt für die Rollen, die täglich besteh’n, ein kaum greifbares, inneres Fern, das wir fühlen – doch selten versteh’n. [Pre-Hook – anhebend] Und vielleicht liegt das Suchen nicht außerhalb von uns, nicht in dem, was wir halten, nicht in dem, was wir sind, sondern tief in dem Raum zwischen Zweifel und Kunst – dort, wo wir beginnen… und gleichzeitig verschwinden. [Hook – final] Wir sind mehr, als wir zeigen, und weniger, als wir scheinen. Zwischen Werden und Schweigen passt kein festes Ich hinein. Wir sind alles und nichts, und wir waren es schon immer. Kein Anfang und kein Ende, nur ein leiser Ton in uns drin. [Verse 2] Wir haben gelernt, uns in Mustern zu halten, in richtig und falsch, in Gewinn und Verlust, wir messen das Leben in sichtbaren Spalten und überseh’n dabei das, was wir nie messen mussten. Wir kämpfen um Deutung, um Raum und um Recht, als wär’ unser Dasein ein endloser Beweis, doch was, wenn das alles nur Schatten verspricht und Wahrheit sich zeigt, wenn man nichts mehr beweist? Was, wenn wir längst sind, was wir suchen im Außen, wenn Anfang und Ende sich leise berühr’n, wenn hinter dem Lärm und dem ständigen Rauschen nur Stille bleibt… und wir lernen, sie zu spür’n? [Bridge – reduziert, ehrlich] Vielleicht sind wir nicht auf dem Weg, etwas zu werden. Vielleicht sind wir hier, um zu erkennen, dass wir es nie nicht waren. [Hook – final wiederholt] Wir sind mehr, als wir zeigen, und weniger, als wir scheinen. Zwischen Werden und Schweigen passt kein festes Ich hinein. Wir sind alles und nichts, und wir waren es schon immer. Kein Anfang und kein Ende, nur ein leiser Ton in uns drin. [Outro – klar, ohne Ausweichen] Wir sind alles… und gleichzeitig nichts. Und wir waren es immer. Doch solange wir bleiben, wie wir gestern noch waren, wird sich nichts verändern. Nicht in uns. Und nicht in der Welt.

