Ich sitz’ im Fond, die Scheiben getönt, ein kühler Sicherheitsabstand, Betrachte die Viertel wie Bilder an einer verwitterten Glaswand. Ihr philosophiert über Ästhetik in euren Loft-Wohnungen, Ich sah die Welt durch den Filter von Räumungsanordnungen. Jede Stufe im Treppenhaus war eine Statik-Lehre, Über das Gewicht der Welt und die Panik-Leere. Wir suchten Freiheit in einem Käfig aus Normbeton, Und zahlten bar für den Stolz, ganz ohne Form-Pardon. Manche nennen es Schicksal, ich nenn’ es Zoneneinteilung, In einer Stadt ohne Platz für eine Sorgen-Heilung Was weißt du schon von Betonrosen, die im Schatten blüh’n? Vom Drang, mit sechzehn Jahren schon von hier wegzuzieh’n? Du siehst das Licht der Stadt, doch nicht die Risse im Asphalt. Hier wird man nicht erwachsen, hier wird man einfach nur schnell alt. Was weißt du schon vom Blick aus der achten Etage? Vom Geruch nach kaltem Rauch und der ewigen Blamage? Wir tanzen auf den Scherben, bis die Sohle brennt. Ein Kind aus dem Viertel, das heute jeder beim Namen nennt. Mama roch nach Chlorbleiche und Nachtschicht-Erschöpfung, Ein Leben im Takt einer Zwangsbewirtschaftung. Wir waren die Schattenkinder der Gastarbeiter-Generation, Gefangen im Loop einer Mangel-Endstation. Das war mein Diplom, mein wahres Resilienz-Studium, Ein Leben am Limit, weit weg vom Präsenz-Publikum. Wir brauchten zum Wachsen gar keine Nährstoff-Zufuhr, Wir wuchsen im Dreck, als Produkt dieser Härte-Kultur. Wir spielten Tennis vor Garagen, der Schweiß war die Währung der Zeit, Fernab von Privileg und jeder Entscheidungsfreiheit. Was weißt du schon von Betonrosen, die im Schatten blüh’n? In Zonen, wo die Straßenkanten Kältewellen sprüh’n? Du siehst die Neonreklame, doch nicht die Druckluft-Frequenzen, Den täglichen Verschleiß an den Zukunftschancen-Grenzen. Was weißt du vom Blick durch rostige Stahlträger-Gitter? Vom Erfolg – er schmeckt süß, doch der Nachgeschmack bleibt bitter. Wir zeichneten mit Kreide Träume auf ein Horizont-Fragment, Ein Kind aus dem Ghetto, das heute sein eigenes Erbe nennt. Heute glänzt der Lack, doch die Sicht bleibt Infrarot-geschärft, Weil der Schlamm von früher an der Innenausstattung nervt. Ihr kauft euch das „Ghetto“ jetzt als Mode-Accessoire, Ich trage die Kälte von damals als Großstadt-Inventar. Man kann den Jungen aus der Siedlung in Seide hüllen, Doch die Leere von damals lässt sich mit Scheinen nicht füllen. Mein Erbe ist Staub, mein Fundament ist aus Rauputz-Nostalgie, Ein Kind aus dem Block – das ist Asphalt-Genetik, keine Fantasie. Der Block ist kein Ort, er ist ein Chromosomensatz, Ein ewiges Echo auf diesem maroden Parkplatz. Was weißt du schon von Betonrosen, die im Schatten blüh’n? Vom Drang, mit sechzehn Jahren schon von hier wegzuzieh’n? Du siehst das Licht der Stadt, doch nicht die Risse im Asphalt. Hier wird man nicht erwachsen, hier wird man einfach nur schnell alt. Was weißt du schon vom Blick aus der achten Etage? Vom Geruch nach kaltem Rauch und der ewigen Blamage? Wir tanzen auf den Scherben, bis die Sohle brennt. Ein Kind aus dem Viertel, das heute jeder beim Namen nennt. Spätnachts am Fenster ... die Stadt schläft nie wirklich ein. Ihr seht die Skyline von weitem und nennt es Freiheit. Wir sahen sie von ganz unten ... und nannten es Mauerwerk. Man kann den Jungen aus dem Viertel holen, ihn in Seide hüllen, ihm die ganze Welt zu Füßen legen ... Aber die Risse im Asphalt? Die trägst du unter der Haut. Die nimmst du überall mit hin. Betonrosen brauchen kein Licht. Sie blühen genau da, wo ihr wegguckt. [Geflüstert] Was weißt du schon? Gar nichts.