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„Die Felder schweigen / Поля молчат / Поля мовчать“ - Holodomor-Ukraine

„Die Felder schweigen / Поля молчат / Поля мовчать“ (Deutsch erzählend – Russisch befehlend – Ukrainisch verhungernde Stimmen) Strophe I – Der Erzähler (Deutsch – ruhig, schwer) In der Ukraine, wo das Land so fruchtbar war wie ein Versprechen, begann ein Hunger, der nicht vom Himmel kam, sondern von Menschenhand. Die Scheunen waren voll, doch die Dörfer leer. Die Felder standen golden, doch die Kinder starben grau. Es war ein Hunger, der nicht wachsen durfte, sondern gemacht wurde. Russischer Befehl – hart, bürokratisch, kalt „Изъять всё зерно. Ни крошки не оставлять.“ (Alles Getreide beschlagnahmen. Keinen Krümel zurücklassen.) Ukrainische Klage – gebrochen, verhungernd „Мамо… хліба нема… нічого нема…“ (Mama… es gibt kein Brot… es gibt nichts…) Refrain – Die Felder schweigen (Deutsch / Ukrainisch) Die Felder schweigen, doch die Erde hört die Toten. „Поля мовчать… мовчать…“ (Die Felder schweigen… schweigen…) Ein Volk verhungert unter vollen Scheunen. Strophe II – Die Auslöschung durch Hunger (Deutsch – erzählend, nüchtern) Die Dörfer wurden blockiert, Straßen versiegelt, Wachen aufgestellt. Wer ein Korn behielt, wurde verhaftet. Wer ein Kind fütterte, wurde bestraft. Wer um Hilfe bat, wurde zum Feind erklärt. Der Hunger kroch in die Häuser, in die Körper, in die Stimmen, bis selbst das Weinen zu schwach wurde. Russischer Befehl – schneidend, unerbittlich „Наказать за недостачу. Закрыть район. Никого не выпускать.“ (Bestrafen für Unterlieferung. Den Bezirk abriegeln. Niemanden herauslassen.) Ukrainische Klage – flüsternd, sterbend „Тату… я більше не можу… світ темніє…“ (Vater… ich kann nicht mehr… die Welt wird dunkel…) Refrain – Die Felder schweigen (Deutsch / Ukrainisch) Die Felder schweigen, doch die Erde hört die Toten. „Поля мовчать… мовчать…“ (Die Felder schweigen… schweigen…) Und im Wind verliert ein Volk seine Kraft. Strophe III – Die Stille danach (Deutsch – leise, würdevoll) Als der Hunger ging, blieben Gräber ohne Namen, Häuser ohne Stimmen, Straßen ohne Schritte. Die Überlebenden trugen die Leere wie ein zweites Herz. Und die Welt schwieg — zu lange. Doch die Erde vergaß nicht. Sie trägt die Knochen, die Geschichten, die Schreie, die niemand hörte. Ukrainische Klage – letzter Atem „Не забувайте нас… ми були…“ (Vergesst uns nicht… wir waren…) Outro – Der Erzähler (Deutsch – flüsternd) Der Hunger war eine Waffe. Und Millionen starben. Nicht weil es nichts gab, sondern weil ihnen alles genommen wurde. Die Felder schweigen. Aber wir nicht.