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Mary: Ich liebe Dich genug…

V6

[OPENING – morning in Mary’s pharmacy, gentle, almost smiling] [MARY] Gestern Abend im Papp haben alle Liam zugehört. Ich auch. Zumindest am Anfang. Paris. Rom. Wien. Lissabon. Zwei Teller Suppe in Florenz und ein Italienisch, das offenbar nur mit Rotwein funktioniert. [small amused pause] Alle haben Liam angesehen. Aber ich hab nur zur Dir geschaut... [VERSE 1 – warm, observant] Du hast gelacht. Natürlich hast du gelacht. Aber ich kenne dein Lachen, Felix Bailey. Und ich kenne diesen Blick, wenn du etwas siehst, das du eigentlich haben möchtest, aber dir längst eingeredet hast, dass du es nicht brauchst. Gestern war dieser Blick überall. Bei jeder Stadt. Bei jedem Zug. Bei jeder verdammten kleinen Straße, von der Liam erzählt hat. [PRE-CHORUS – smile disappears] Und heute Morgen hab ich dich von hier durchs Fenster gesehen... Über die Straße. Vor Deiner Praxis Wie jeden Morgen. Schlüssel. Tür. Licht an. Alles wie immer. Und genau das hat mir Angst gemacht. [CHORUS – broad, memorable melody] Ich liebe dich genug, um dich nicht zu halten. Genug, um nicht zu sagen: Bleib doch hier. Ich liebe dich genug, um meine Arme aufzumachen, anstatt dich zu umschließen und dich festzuhalten. Wenn dein Herz schon hinterm Horizont ist, dann soll es auch so weitergeh’n. Ich liebe dich genug, um dich nicht zu halten. Auch wenn ich dich so gerne halten würde. [VERSE 2 – intimate, completely honest] Tja... Jetzt hab ich's gesagt. Ich liebe dich, Felix Bailey... [small pause] Zumindest hier, wo du es nicht hören kannst. Typisch Mary. Jahrelang finde ich für alles Worte, und wenn es wirklich darauf ankommt, rede ich mit Medikamentenschachteln. [soft musical smile] Ich könnte es dir sagen. Heute. Vielleicht würdest du mich ansehen mit diesem Blick, bei dem ich jedes vernünftige Argument vergesse. Vielleicht würdest du bleiben. [longer pause] Und genau deshalb sage ich es dir nicht. [PRE-CHORUS 2 – growing] Man sagt, was man liebt, muss man manchmal gehen lassen. Ich hielt das immer für einen Satz, den Menschen sagen, wenn ihnen nichts Besseres einfällt. Jetzt verstehe ich ihn. Liebe ist nicht: Bleib hier, damit ich glücklich bin. Vielleicht ist Liebe manchmal nur: Geh. damit Du glücklich wirst. [CHORUS – larger, bigger] Ich liebe dich genug, um dich nicht zu halten. Genug, um nicht zu sagen: Bleib doch hier. Ich liebe dich genug, um meine Arme aufzumachen, statt sie um dich zu schließen und dich festzuhalten. Wenn dein Herz schon hinterm Horizont ist, dann soll es auch so weitergeh’n. Ich liebe dich genug, um dich nicht zu halten. Auch wenn ich dich so gerne halten würde. [BRIDGE – music strips back, Mary’s private dream] Und ja ... Manchmal stelle ich es mir vor. Eine fremde Stadt. Ein kleiner Tisch. Du gegenüber. Du bestellst irgendetwas, das keiner von uns versteht, und natürlich bekommen wir Suppe. [soft laugh] Vielleicht. Irgendwann. Aber das ist MEIN Traum. Und deiner darf nicht darauf warten. [FINAL CHORUS – full orchestra, emotional peak] Ich liebe dich genug, um dich nicht zu halten! Genug, um dich endlich gehen zu seh’n. Ich liebe dich genug, um meine Angst nicht zwischen dich und diese große Welt zu stell’n. Also geh über den Horizont hinaus. Nimm jede Straße, die du kriegen kannst. Felix Bailey ... Fahr. [MUSIC DROPS – almost only piano] Geh nach Paris. Geh nach Rom. Verpass deinen Zug. Und wenn du in Florenz bist ... [small smile] Bestell die Suppen... [very soft] Sieh dir endlich diese verdammte Welt an, Felix. [long pause] Und falls du irgendwann wieder nach Hause willst ... Ich bin hier. [END]