
[Intro – gesprochen, leise Musik] Vier Uhr früh. Normalerweise bin ich da allein im Büro. Normalerweise. Heut war offenbar … eine Ausnahme. [Strophe 1] Um vier in der Früh, die Stadt schläft noch fest, fahr ich in die Arbeit, wie immer halt, gestresst. Das Haus ist dunkel, kein Mensch weit und breit, nur ich und mein Kaffee sind schon arbeitsbereit. Ich sitz vor dem Bildschirm, noch halb im Traum, da knarrt es auf einmal im oberen Raum. Erst scharrt’s, und dann rumpelt’s, dann quietscht irgendwas — ich halte die Luft an: „Na, was ist denn das?“ [Strophe 2] Vielleicht nur die Heizung, vielleicht nur der Wind, vielleicht auch die Nerven, die noch müde sind. Dann hör ich ein Trippeln, dann fällt etwas um. Die Heizung trägt Schuhe? Das find ich jetzt dumm. Ich ruf einmal „Hallo?“ in das finstere Haus. Es kommt keine Antwort. Gut, dann geh ich raus. Den Kaffee lass ich stehen, die Jacke muss mit — für betriebliche Geister bin ich heut nicht fit! [Refrain] Um vier, um vier, was geistert denn hier? Da oben macht wer Sachen, und ich sitz vor der Tür! Es knarrt und es kracht, wer ist da noch wach? Ich wollt doch nur arbeiten — jetzt hab ich den Salat! Um vier, um vier, mein Herz klopft bis hier! Für so viel Abenteuer fehlt die Zulage mir. Wenn oben einer schleicht, ist meine Ruhe dahin — ich bin für die Arbeit, nicht fürs Spuken drin! [Instrumental – 8 Takte] [Strophe 3] Ich sitz in meinem Auto und denk erst einmal nach: „Vielleicht war’s doch ein Marder oben unterm Dach?“ Da bewegt sich der Vorhang, ganz langsam, ganz sacht, und jemand schaut herunter mitten aus der Nacht. Zwei Augen hinterm Fenster, ein Kopf zieht sich zurück. Na wunderbar, der Marder hat ein menschliches G’sicht! Jetzt ist die Sache eindeutig, jetzt greif ich zum Telefon: „Da ist wer in dem Gebäude! Ja, ich wart hier schon!“ [Strophe 4] Die Polizei kommt an, ich erklär, was geschah: „Dort oben bei dem Vorhang, da war einer da!“ Wir gehen miteinander durch die Eingangstür, auf einmal klingt das Knarren noch viel lauter als zuvor. Der Polizist zieht den Revolver, ich werd klein daneben. Ich wollt heut eigentlich nur meine Stunden abgeben. Er ruft hinauf: „Polizei! Kommen Sie herunter!“ Ich denk: „Jetzt wird’s spannend.“ Und bin endgültig munter. [Refrain] Um vier, um vier, was geistert denn hier? Da oben macht wer Sachen, und ich steh vor der Tür! Es knarrt und es kracht, wer ist da noch wach? Ich wollt doch nur arbeiten — jetzt hab ich den Salat! Um vier, um vier, mein Herz klopft bis hier! Jetzt steht auch noch die Polizei im Stiegenhaus mit mir. Wenn oben einer schleicht, ist meine Ruhe dahin — ich bin für die Arbeit, nicht fürs Spuken drin! [Bridge – Musik stoppt, gesprochen] Dann eine Stimme von oben: „Ja, Moment! Ich komm ja schon!“ [Gesungen – langsam aufbauen] Die Stimme kenn ich irgendwoher. Den Tonfall kenn ich sogar sehr. Der Chef von der Firma im oberen Stock! Da fällt mir die Angst aus der Hos’n vor Schock. [Strophe 5] Er kommt die Stiege runter: „Was ist denn passiert?“ Ich sag: „Na ja, da oben hat’s ziemlich stark rumort.“ Wir klären alles auf, die Gefahr ist vorbei, jetzt stehen wir und plaudern, der Chef, die Polizei. Er steht recht lang vor mir und erzählt mir dies und das, ich nicke brav und denke: „Eine Nacht war das!“ Doch hinter seiner Schulter seh ich plötzlich eine Frau — die huscht die Stiege runter. Ich seh’s leider ganz genau. [Kurze Pause] [Gesprochen] Ich schau ihn an. Er schaut mich an. Die Tür fällt zu. … Ohne Worte. [Letzter Refrain – schwungvoll] Um vier, um vier, jetzt dämmert es mir! Der Geist trug keine Ketten — und verschwand durch die Tür! Es knarrt und es kracht, wer ist da noch wach? Ich wollt doch nur arbeiten — was für eine Nacht! Um vier, um vier, ich sag nichts dafür. Der Chef wird plötzlich schweigsam und studiert die Eingangstür. Mein Kaffee ist jetzt kalt, doch ich grins in mich hinein: So früh im Büro kann ganz unterhaltsam sein! [Outro – gesprochen über ausklingender Musik] Seitdem hör ich manchmal oben noch ein Knarren. Dann dreh ich das Radio auf. Man muss ja nicht … jedes Geräusch melden.

