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Du stehst bei mir; ich sehe dich im Licht

Du stehst bei mir; ich sehe dich im Licht, wie ich dich nie vorher so licht gesehn. Bist du die Liebe? Bist du dies Gedicht? Was ist mit dir, was ist mit mir geschehn? Hab ich an dich, die Liebe, denn gedacht, als meine Seele noch am Eifer hing? O sag, wer hat dich zum Gedicht gemacht, grad als ich mich so schwer an dir verging? Wer drückte Petri Schwert mir in die Hand, vor welchem nur der Knecht den Nacken beugt? Wer machte es in ihr zum Feuerbrand, der gegen meinen eigenen Glauben zeugt? Wer gab mir aus der Heimat Alles mit, was christlich heißt und doch nicht christlich ist –? War's der etwa, der an dem Kreuze litt –? Sag mir, o Christus, sag, ob du es bist! O nein, o nein; so weit der Himmel reicht, erklingt noch heut dein großes Liebeswort, und jeder Tag, der aus dem Morgen steigt, verkündet es der Menschheit weiter fort. Du hast gelebt – zu unserer Seligkeit; du hast geliebt – geliebt die ganze Welt; im Leben der Geringste deiner Zeit, bist du im Lieben ewig, ewig Held! Gib mir die Hand! Ich will dein Eigen sein; du hast mich früher ja so oft geführt. Ich handle falsch, ich gehe irr allein; das hab ich, als du fehltest, ja gespürt. Du gingst zwar fort, in jenes Christenland, wo auch die seligen Heiden Christen sind, doch ist dir ja der Weg zu mir bekannt; o komm, o komm, du lichtes Himmelskind!