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Faust I – Teil 15 Das Verlangen

Faust I – Teil 15 Das Verlangen [Verse 1] Sie ging vorüber, still und klar, als wäre sie schon immer da. Kein Wort blieb in der Luft zurück, doch tief in mir blieb jeder Blick. Seit jenem kurzen Augenblick kehrt jeder Gedanke zu ihr zurück. Die Welt dreht weiter ihren Lauf, doch meine Seele hält nicht auf. ⸻ [Verse 2] Ich suche sie in jedem Licht, im Morgenrot, im Abendlicht. Ein Name fehlt, ein Weg ist fern, und doch folgt ihr mein Herz so gern. Da steht Mephisto neben mir, mit ruhigem Lächeln, kühl und schier. Er liest, was ich nicht sagen muss, kennt längst den Anfang und den Schluss. ⸻ [Pre-Chorus] Ist Liebe nur ein flüchtiger Traum, oder wächst daraus ein neuer Raum? Kann Sehnsucht stärker werden sein als jede Kette, hart wie Stein? ⸻ [Chorus] Lass mich sie noch einmal sehen, nur einen Augenblick mit ihr gehen. Kein Gold der Welt, kein Ruhm der Zeit ersetzt mir diese Sehnsamkeit. Sie lebt nun tief in meinem Sinn, zieht jeden meiner Schritte hin. Was eben noch verborgen war, steht plötzlich hell und sonnenklar. ⸻ [Verse 3] Mephisto lächelt, fast wie Spott, als kenne er des Herzens Lot. „Geduld“, sagt er, „die Zeit wird kommen, noch ist dir nichts davon genommen. Doch jedes Herz hat seinen Preis, und jeder Weg führt seinen Kreis. Wer nach den Sternen greifen will, muss lernen, dass die Welt nicht still.“ ⸻ [Bridge] Die Liebe macht den Starken weich, den Armen plötzlich märchenreich. Sie fragt nicht nach Vernunft und Macht, sie kommt ganz leise über Nacht. Doch wo die Sehnsucht Wurzeln schlägt, wird auch das Schicksal mitbewegt. Kein Mensch erkennt am ersten Tag, wie schwer ein kleines Lächeln wiegt. ⸻ [Final Chorus] Lass mich sie noch einmal sehen, mit ihr ein kleines Stück nur gehen. Vielleicht genügt ein einz’ger Blick, und ich finde mich darin zurück. Doch irgendwo im Abendwind zieht schon ein Schatten leis geschwind. Denn jede Liebe, rein und groß, macht auch das Schicksal machtvoll bloß. ⸻ [Outro] Die Sterne steigen leis empor, die Nacht öffnet ihr dunkles Tor. Ein Herz schlägt schneller als zuvor – und ahnt noch nicht, was es verlor.