
Vorwort Wie sich doch im Leben alles so findet, die schönsten Dinge finden sich meistens, wenn man gar nicht danach sucht. Andersrum muss man sich gewaltig auf die Suche machen um oft das Normalste der Welt wie das Außergewöhnlichste zu finden. Sie werden heute Mühe haben, den Leuten die das Sagen haben ein Zeugnis der Normalität gegenüberzustellen. Was ist schon normal?, könnte man fragen. Das wird gefragt bis das Normalste bis zur völligen Unkenntlichkeit verstellt ist. An meinem Lieblingsort, an dem ich mich auch im Moment befinde, lernte ich vor ein paar Tagen letzten Freitag einen Hochschullehrer der Oberstufe aus dem Münsterland kennen. Es ergab sich ein sehr ergibiges Gespräch, das den Titel getragen hat, „Wie phantastisch doch die Normalität sein kann?“ Ein außergewöhnlicher Mensch begegnete mir da von Badehose zu Badehose. Die Normalität hat auch ihre Sprüche und so stellte der Lehrer den Lieblingsspruch seines Vaters vor. Ich kann diesen Spruch zwar nicht mehr verlässlich wiedergeben, habe aber den Sinn in meiner gelebten Normalität schon längst zutiefst verinnerlicht. Gerade deswegen wird mir das Wort besonders gefallen haben. „Wer der Last mit Lust begegnet, dem wird die Last zur Lust werden.“ So oder ähnlich, der Lehrer möge mich bitte korrigieren. Genau um das geht es mitunter. Wie viel Last gibt es doch, wie oft ist es eigentlich zum Davonlaufen, aber ganau da offenbart sich die Lebenseinstellung, sich der Last stellen hilft auch ihr zu begegnen. Um Gottes Willen, es geht nicht um eine Art Last-Sadismus, von Natur aus liebe ich wie die meisten menschlichen Menschen den Weg des geringsten Widerstandes, aber da sich das Leben nicht nur im Lustprinzip ableben lässt, kommt man nicht umhin, ständig die Wege abzuwägen. Last zur Lust, Lust zur Last? Ja genau, das kann auch passieren, die Lust wird zur Last, dann heißt es wieder, sich im Mittel einzufinden. Wir kennen sie alle, die Goldene Mitte. Erst gestern in der Tanzschule wie fast jeden Samstag Abend hat unser Tanzlehrer, der Rudi, ein Plädoyer für die Goldene Mitte gehalten. Oh ja, die Mitte braucht immer ihre Findung von der Seite und gäbe es kein Links, noch Rechts, man sähe gar nicht, wann man in der Mitte ist. Jedem recht getan, wie gesprochen und vorher gedacht, das geht gar nicht. Ein Dichter mit dem Anspruch, den ich an mich selber anlege, hat einen schweren Stand, Normalität ist das außergewöhnliche Problem. Denn wer lässt sich noch darauf ein, auf die Beobachtung eines Dichters, der im da wo er lebt verbunden ist, sprich Dialekt spricht nicht immer auf Papier) als Christ an Jesus glaubt, täglich sein Brot im Schweiße vor einem Versicherungs-PC als Fließband-Sachbearbeiter verdient und doch tatsächlich seit nahezu Zwanzig Jahren mit der selben Frau Spitzname, Minni verheiratet ist und drei halbstarke Mädels Siebzehn, Sechzehn und fast Fünfzehn Jahre in einer Vierundsiebzig Quadratmeter Wohnung seine Töchter nennt. Welch eine normale Welt und was kommt…? Ja was soll ich dazu sagen? Blättern Sie doch um im Tagebuch eines Münchner Dichters! Gruß aus`m Cafehaus und von Anderswo Roland, a boarischer Dichter

