
[Verse 1] Da stehen Stühle in einem Kreis, auf einem fehlt schon lang ein Gesicht. Wer stand zu nah, wer war nie da, wer trug die Last und wusste es nicht? Da liegen Farben auf weißem Papier, für Dinge, die kein Wort erreicht. Zwei Menschen sitzen sich gegenüber und suchen, wann aus Nähe Schweigen wird. So viele Wege, so viele Türen, so viele Arten, sich selbst zu seh’n. Doch was nützt dir die schönste Treppe, wenn du dich weigerst, runterzugeh’n? [Chorus] Du musst die Treppe nach unten, dorthin, wo du sonst niemals bleibst. Vorbei an all den alten Türen, an allem, was du von dir vertreibst. Vielleicht liegt zwischen gestern und morgen nur ein Wimpernschlag voll Licht. Ein Wort. Ein Blick. Ein einziger Gedanke. Und plötzlich verschiebt sich deine Sicht. Klick. [Verse 2] Da hängen Bilder an den Wänden, manche schief und manche leer. Eine Tür kennst du seit Jahren, doch heute läufst du nicht vorbei. Dahinter sitzt ein kleines Mädchen, die Knie ganz nah an sich heran. Du kennst die Augen, kennst die Hände, obwohl das eigentlich nicht sein kann. [Dialogue – Adult] Warum sitzt du hier im Dunkeln? [Child] Weil du mich hier gelassen hast. [Adult] Ich dachte, du wärst längst verschwunden. [Child] Nein. Du bist nur immer schnell gerannt. [Adult] Was willst du denn noch von mir? [Child] Dass du einmal bei mir bleibst. Nicht erklärst. Nicht stärker wirst. Nicht sagst, dass alles halb so schlimm war. Nur bleibst. [Adult] Ich weiß nicht, wie das geht. [Child] Ich auch nicht. Ich war doch klein. [Break] Und plötzlich ist es still. Keine Antwort. Keine kluge Frage. Nur zwei Hände, die sich nach all den Jahren wiederfinden. [Chorus] Du musst die Treppe nach unten, nicht weil dort unten alles heilt. Doch weil das, was du dort zurückließest, noch immer jeden Schritt mit dir teilt. Und vielleicht liegt nach all den Jahren das Ende dieses Tunnels nah. Nur ein Satz. Ein anderer Blick. Ein leises: „Ich bin jetzt da.“ [Verse 3] [Child] Musst du gleich wieder gehen? [Adult] Nein. Diesmal nicht. [Child] Versprochen? [Adult] Nein. Keine großen Versprechen mehr. Aber wenn du Angst hast, höre ich hin. [Child] Und wenn ich weine? [Adult] Dann musst du nicht damit aufhören. [Child] Und wenn ich nicht stark sein kann? [Adult] Dann bin ich es für uns beide. [Child] Wo gehen wir jetzt hin? [Adult] Nach oben. [Bridge] Vielleicht suchst du jahrelang nach einer riesengroßen Antwort. Öffnest hundert Türen, drehst jeden Stein, läufst tausendmal an derselben Stelle vorbei. Und dann sagt dieses Kind einen einzigen Satz, der plötzlich alles anders macht: [Child – very close] „Ich dachte, du kommst nie zurück.“ [Adult] „Ich auch.“ [Build] Ein Atemzug. Eine Hand. Ein erster Schritt. Noch einer. Das Kind geht neben dir. Nicht hinter dir. Nicht mehr allein. Und irgendwo über euch fällt Licht auf die Treppe. [Final Chorus] Dann geh die Treppe wieder nach oben, Stufe für Stufe, Stück für Stück. Du trägst noch deine ganze Geschichte, doch lässt dort unten etwas zurück. Das Licht am Ende dieses Tunnels war vielleicht die ganze Zeit schon da. Nur von oben konntest du nicht sehen, wer unten noch im Dunkeln saß. Kein Wunder. Keine Zauberei. Vielleicht nur ein veränderter Blick. Ein Wort. Eine Hand. Ein Wimpernschlag. Ein Klick. Und dieselbe Treppe, die dich nach unten führte, führt euch beide wieder ins Licht. [Outro] [Child] Sind wir jetzt fertig? [Adult] Nein. [Child] Ist das schlimm? [Adult] Nein. Komm. Wir gehen weiter.

