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Das Haus der Stillen (v5.5 own voice)

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V5.5

Es gibt Menschen, die hören, was niemand sagt. Sie spüren, wenn sich ein Blick verändert, wenn eine Stimme kippt, wenn ein Herz zittert, obwohl es schweigt. Sie tragen mehr, als sie zeigen, und geben mehr, als jemand je bemerkt. Für solche Menschen, steht tief im Nebel ein Haus. Seine Fenster glühen warm und das Licht wirkt wie Trost. Man glaubt, dort endlich verstanden zu werden. Drinnen wartet die Wärterin der Herzen. Sie redet leise, nickt verständnisvoll, sagt: „Ich will nur, dass du dich besser fühlst.“ „Ich meine es nur gut.“ Und wer da steht, gibt alles, was er hat, Worte, Vertrauen, Erinnerungen, ein stilles Leuchten, das aus dem Innersten kommt. Man glaubt, hier sicher zu sein. Doch das Haus nimmt, ohne zu fragen. Sanft, unscheinbar, bis sich die Brust leer anfühlt und man nicht mehr weiß, was man verloren hat. Die, die tiefer fühlen, merken erst spät, dass sie längst ausgelaugt sind. Sie versuchen, stark zu bleiben, lächeln, reden, funktionieren. Doch nachts, wenn es still wird, brennt das Innere wie kaltes Feuer. Ein Loch bleibt zurück, nicht groß, aber tief. Und keiner sieht es. Monate vergehen. Man versucht, wieder aufzustehen, zu vertrauen, zu glauben, dass nicht jeder so ist. Doch das Herz bleibt vorsichtiger, der Blick müder, die Seele ein Stück leiser. Eines Tages kam ein Mann an das Haus. Er sah, was andere nicht sehen konnten,.... die Wände aus schlagenden Herzen, müde und durchscheinend. „Warum tust du das?“ fragte er die Wärterin. „Warum nimmst du von denen, die ohnehin schon zu viel fühlen?“ Sie lächelte: „Weil sie geben. Und ich brauche nur das, was man mir schenkt.“ Er stand still, ... lange. Dann sagte er leise: „Du nimmst ihnen mehr, als sie selbst verstehen. Und das, was du nimmst, wächst in dir, aber tötet sie.“ Er ging. Langsam, mit einem Blick zurück, auf das Licht, das noch immer warm schien, doch kalt brannte. Seitdem steht er draußen im Nebel. Er sagt nicht mehr viel, aber wer ihm begegnet, spürt, wie es ist, wenn man zu viel fühlt und leidet. Das Haus blieb stehen. Nur er ging,... und das Schweigen mit ihm.