
Der zehnjährige Österreicher Nie würde ich mir öffentlich einen Österreicherwitz erlauben. Das mache ich am liebsten mit einem Österreicher am Tisch, Österreicher lachen doch am herzhaftesten über die eigenen Witze. Eigentlich über sich selbst. Es ist am besten über sich sich selbst auch mal lachen zu können und so einige Bayernwitze gibt es auch, sozusagen die Retoure der Österreicher. Zum Thema des zehnjährigen Österreichers, zu sagen ist nicht viel, der Ober von einem Münchner Lokal ist dieser zehnjährige Österreicher. Nein der ist kein Kind, der Mann ist ein ausgewachsener Österreicher, unüberhörbar dürft`s ein Kärntner sein. Ein Wiener oder wie der Manfred, mein österreicherischer Spezi sagen würde, ein Tscheche ist es nicht. Wenn der Ober sagt „was darf`s denn sein?“ kommt mir der Ludwig Hirsch, der Liedermacher in den Sinn, der redet genauso, er singt ah no. Und dieser Ober ist der zehnjährige Österreicher, zehnjährig bezieht sich auf... Ach sei Frau arbeitet auch in dem Lokal, wenn`s der Walter mir nicht gesagt hätte, wär`s mir nicht aufgefallen. Die Frau hat nichts gesagt, nur einmal bitte und Danke, wie`s die leeren Gläser vom Tisch geholt hat und volle brachte. Ich hab`s durch die beiden Wörter nicht als Österreicherin identifizieren können, die wäre bei mir glatt als Bayerin durchgegangen. Jetzt weiß ich`s und sagen muss ich, wenn ma`s so im Nachhinein sieht, kann man schon sagen, die passen gut zusammen. Des ist der Österreicher, der zehnjährige, hat mir der Walter einen Tag nach dem Lokalbesuch visavis meines Stammcafehauses gesagt. Seit zehn Jahren.., wie bei einem guten Witz, hab ich aus dem Stand heraus so lachen müssen. Schon so, dass es mich im Stuhl gebogen hat. Der zehnjährige Österreicher, die Poente hat gesessen und der Walter hat gar keinen Witz im Sinn gehabt. Der Ober war doch nett und de Frau war seine Frau? Absolut, freilich waren`s nett, ich hatte nichts zu beanstanden gehabt, ja lustig war`s im Ratskeller und der zehnjährige Österreicher war die Krönung. Gelacht hat der Österreicher nicht, es war seine Arbeit, die Leute gut zu bedienen und das machte der Ober sehr souverän. Was jetzt der Witz der Sache war, lassen Sie sich vom Walter, dem Fünfundsechzig jährigen Münchner erklären. Ich mag`s mir mit den Österreichern nicht verscherzen, weil ich doch so gerne mit den Österreichern lache.

