
Faust I – Teil 25 Der Schlaftrunk [Verse 1] Die Nacht legt Dunkel übers Land, ein kleines Fläschchen in der Hand. “So schläft sie tief bis Morgen früh”, mehr sagt man nicht – mehr ahnt man nie. Ein Herz vertraut, ein Herz begehrt, kein Blick, der sich dagegen wehrt. Was harmlos klingt in dieser Nacht, hat längst sein Schicksal mitgebracht. ⸻ [Verse 2] Sie nimmt den Kelch mit stillem Sinn, glaubt an das Gute tief in ihm. Kein Zweifel legt sich auf ihr Herz, sie denkt an Liebe, nicht an Schmerz. Die Mutter trinkt den letzten Schluck, die Kerze wirft ihr schwaches Licht zurück. Das Haus verstummt, die Fenster ruh’n, als könnte nichts Gefährliches gescheh’n. ⸻ [Pre-Chorus] Wie oft entscheidet ein Moment, was niemand vorher klar erkennt. Ein kleiner Schritt, ganz ohne Hast, trägt manchmal eine schwere Last. ⸻ [Chorus] Ein Tropfen fällt, so klein, so still, und doch verändert er so viel. Kein Mensch erkennt zur gleichen Zeit, wie nah schon Leid und Hoffnung sind. Nicht Hass, nicht Wut hat dies gelenkt, nur blindes Vertrauen, das sich verschenkt. So beginnt manch dunkler Pfad mit einem guten Herzensrat. ⸻ [Verse 3] Faust schaut hinauf zur kalten Nacht, als hätte sie ihn still bewacht. Ein Schatten zieht durch seinen Blick, doch Liebe treibt ihn weiter Stück für Stück. Mephisto schweigt und lächelt nur, er kennt den Lauf der Menschenspur. Wo einer glaubt, das Richt’ge sei, ist oft das Ende schon dabei. ⸻ [Bridge] Nicht jede Schuld entsteht aus Bosheit, oft wächst sie mitten aus Vertrautheit. Wir handeln nach dem besten Wissen, und merken erst danach die Risse. Die Zeit kennt kein Zurück mehr dann, kein Wunsch hält ihren Lauf mehr an. Was einmal seinen Weg beginnt, verweht nicht einfach mit dem Wind. ⸻ [Final Chorus] Ein Tropfen fällt in dunkler Nacht, und niemand ahnt, was er entfacht. Die Liebe sucht ihr stilles Ziel, doch zahlt dafür schon jetzt zu viel. Der Morgen kommt, doch anders nun, als alle Herzen glaubten tun. Denn manche Träne fällt bereits, bevor ein Mensch den Grund begreift. ⸻ [Outro] Die Kerze brennt bis an ihr End’, der Himmel schweigt im Morgenwind. Ein Haus wird still, ein Herz wird schwer – und nichts ist wie zuvor noch mehr.

