
Populärer Poet So richtig populär waren die wenigsten Poeten. Nehmen wir nur das Topidol einer gewissen Elite, das das lernen muss und auch zu verstehen hat, was der, wie sie sagen größte Dichter, von sich gab, Goethe. Ja war oder ist der Goethe wirklich populär? Ich behaupte kühnlich nein. So richtig populär ist was anderes. So populäre Poeten, die eben durchschlagenderen Erfolg in breiten Bevölkerungsschichten genießen sind sehr rar, eher sind die Poeten der Gegenwart, die Liedertexter der Popwelt die wahren Stars der Wortgestaltungskunst. Ein Goethe wollte sicher eine bleibende Anerkennung und es ist ihm ja auch gelungen, ja sozusagen bleibend im Olymp der Wortfinder der Geisteswelt, die er darbot, zu sein. Da hätten wir schon die große Angel die zwischen den Fischen unterscheidet. Populär ist nicht gleich der große Hecht, populär sind die kleinen Fische und erst über den großen Hecht gehen die kleinsten Fische ins Netz. So richtig “der Poet” im Sinne von populär war Goethe nicht, er war eine Quelle die selbst gespeist wurde und an der die Großen ihren Geist lecken mussten und das auch heute noch fleißig müssen. Der Poet war in Kreisen bekannt, die seine Kreise über die Zeit hinaus weitertrugen. Im Kreiseziehen wird sogar eine Popularität proklamiert, die es so gar nie gab und gibt. Ich möchte dem Goethe nichts geben und schon gleich gar nichts nehmen, doch welcher Dichter den wir Poeten nennen, war oder ist so richtig erkannt bekannt und nicht nur größer dargeboten als er wirklich war oder ist? Hängt es etwa an der Bildung? Ist es gar die Einbildung? Ist es womöglich ein geistiger Fischfang, der sich an die großen Fischköpfe richtet? Mit den schlichten Worten eines wirklich populären Poeten möchte ich in diese Fragen noch eine sehr provokante werfen. Spruch von Heinz Erhardt “War Goethe ein größeres Wunder als eine Fliege”

