
[Sie] Du musst nicht bleiben, wenn dir gerade alles zu viel wird. Du musst nicht reden, wenn in dir noch etwas arbeitet. Geh ein Stück zurück, wenn du Zeit für dich brauchst. Ich werde nicht an dir ziehen, ich werde nicht lauter werden. [Sie] Sag mir, wenn du Raum brauchst, ich kann dir diesen Raum geben. Doch lass mich nicht im Schweigen stehen, lass mich wissen, wo wir stehen. [Er] Manchmal muss ich leiser werden, um wieder zu mir zu finden. Nicht weil ich dich weniger fühle, sondern weil zu viel in mir klingt. Ich brauche diese Zeit für mich, damit ich wieder klarer sehe. Und wenn ich mich zurückziehe, heißt das nicht, dass ich gehe. [Er] Sag mir nicht, ich müsste bleiben, wenn mein Kopf gerade Abstand braucht. Doch ich will lernen, dir zu sagen, wenn es in mir zu laut wird. [Sie] Ich muss dich nicht verfolgen, um dir nah zu sein. Und du musst nicht fliehen, um wieder bei dir zu sein. [Beide] Vielleicht brauchen wir manchmal Abstand, damit Nähe wieder atmen kann. Vielleicht ist ein Schritt zurück auch ein Weg zueinander. [Sie] Sag mir, wenn du Raum brauchst. [Er] Ich sag dir, wenn ich ihn brauche. [Sie] Dann muss ich nicht mehr rätseln. [Er] Und ich muss mich nicht verstecken. [Beide] Wir müssen uns nicht festhalten, um verbunden zu sein. Du darfst deinen Raum behalten, und ich darf trotzdem bei dir sein. [Beide – Schluss] Sag mir, wenn du Raum brauchst. Ich gebe dir Zeit. Und wenn du wieder Nähe suchst, bin ich nicht weit. Kein Schweigen als Grenze, kein Ziehen gegen den Willen. Nur zwei Menschen, die lernen, einander wirklich zu verstehen.

