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Banalität des Bleiben (Remastered)

Du standst am Fenster und hast rausgesehen Als gäb's da unten irgendwas zu verstehen Der Hof war wie immer, ein Fahrrad, ein Licht Zwei Leute beim Rauchen, mehr passierte da nicht Ich saß in der Küche, die Heizung war laut Der Tisch voller Flecken, die keiner mehr glaubt Die Uhr überm Herd ging wieder nicht richtig Du sagtest: "Ich weiß, warum ich bleibe" Ganz ruhig, ganz nüchtern, ganz wichtig Dann neben der Abwasch, ein Glas und ein Messer Die Blume im Topf sah auch schon mal besser aus Dein Mantel hing schief überm Stuhl in der Ecke Als wärst du nur kurz weg zum Zigarettenholen Unten an der Treppe, ich hab' nichts gesagt Was hätte das gebracht? Der Wasserhahn tropfte Halb drei in der Nacht, im Hausflur ging einer Zu langsam nach Hause, man hört sowas deutlich Wenn sonst nichts mehr draußen ist Und du gehst nicht Obwohl du die Gründe kennst Obwohl du im Dunkeln schon lange die Wände Beim Namen nennst Du gehst nicht Stehst hier in der schlechten Luft Zwischen kaltem Kaffee, nassem Asphalt Und irgendeinem alten Duft Später im Bett lagst du auf meiner Seite Bloß ein Stück weiter weg, so ungefähr Eine kleine Ewigkeit, deine Hand an der Decke Dein Fuß kalt wie der Flur, ich hörte dich atmen Sonst hörte man nur die Bahnen der Ferne Ein Martinshorn, den Wind an den Scheiben Den Rest von vorn, du konntest gut so tun Als wär' noch alles am Platz, als wär' Liebe Ein Gegenstand, ein Becher, ein Schal, ein Satz Als könnte man sie hinstellen neben Brot und Salz Und morgens wär' sie noch da, nur ein bisschen staubig halt Und du gehst nicht Obwohl du die Gründe kennst Obwohl du beim Anziehen schon aussiehst, als ob Du dich trennst Du gehst nicht Bleibst hier bei Licht aus dem Hof Vielleicht ist es Liebe, vielleicht Bequemlichkeit Vielleicht beides, ist auch doof Am Morgen roch die Wohnung nach Toast, Kaffee und nassem Hund So roch es halt um acht, du standst in meinen Socken Am Fenster mit dem Becher und draußen kam der Bäckerwagen Als wär' das alles ganz gerecht, du fragtest nach nichts Ich fragte auch nicht, der Tag fing an wie ein schlechter Bericht Zu warm, um schön zu sein, zu hell für diesen Raum Der Himmel überm Hinterhaus hing da wie alter Schaum Und du gehst nicht Obwohl schon alles danach aussieht Der Flur, dein Mantel, dein Blick, der an mir vorbeizieht Du gehst nicht Und ich werd' nicht klüger draus Du bleibst, als wär' das Bleiben kein Ja, nur das Gegenteil von Raus Du gehst nicht Du gehst nicht Du gehst nicht Was geht?