
Oweh, war sint verswunden allü minü jahr! Da geht’s nicht nur um Stunden, viel größer die Gefahr! Das wusste schon im Mittelalter der Vogelweide Walter. Drum sei kein Feigling, werde älter. Auch wenn die Zeiten werden kälter. Bist du erst Fünfzig, freu dich! Fährst mit dem Rad herum. Fährst ganz gemütlich, ehrlich. Was dann kommt, macht dich stumm. „Mach Platz da, Opa“, ruft ein Bengel, er grinst dann wie ein Engel. Drum sei kein Feigling, werde älter. Auch wenn die Zeiten werden kälter. Danach, nach nur zwei Jahren, du wanderst ohne Hut. „Sie haben graue Haare“, ruft jemand, das macht Mut. Schon stehst du prüfend vor dem Spiegel. Da hilft kein Schokoriegel. Drum sei kein Feigling, werde älter. Auch wenn die Zeiten werden kälter. Mit Siebzig wird es heiter. Da humpelst du zum Bus. Der fährt dann einfach weiter. Dann geh’ man schön zu Fuß! Es schmerzen Rücken und die Beine. Doch bist du nicht alleine. Drum sei kein Feigling, werde älter. Auch wenn die Zeiten werden kälter.

