[Strophe 1] Um drei Uhr vierzig lieg ich wach und hör mir beim Nichtschlafen zu. Mein Denken denkt dem Denken nach und findet nirgends seine Ruh. Vergangnes sitzt am Bettenrand, die Zukunft wartet vor der Tür. Was tags noch fest und sicher stand, verliert um vier den Halt in mir. [Refrain] Ich löse Probleme, die niemand mir stellt, und rette im Kopf eine mögliche Welt. Ich führe Gespräche, die keiner mehr hört, bis jeder Gedanke den nächsten beschwört. Ich weiß, dass kein Denken das Morgen verspricht, doch ohne zu denken vertrau ich ihm nicht. So wird aus Kontrolle ein endloser Kreis, der alles durchdenkt und doch gar nichts weiß. [Strophe 2] Ich ruf Vergangnes wieder auf und geb ihm einen andern Sinn. Doch jeder neu erfundne Lauf führt nur zum selben Gestern hin. So steh ich zwischen Dort und Dann, und halte beide Zeiten fest. Ich ändre nichts an dem, was war, und weiß nicht, was sich ändern lässt. [Refrain] Ich löse Probleme, die niemand mir stellt, und rette im Kopf eine mögliche Welt. Ich führe Gespräche, die keiner mehr hört, bis jeder Gedanke den nächsten beschwört. Ich weiß, dass kein Denken das Morgen verspricht, doch ohne zu denken vertrau ich ihm nicht. So wird aus Kontrolle ein endloser Kreis, der alles durchdenkt und doch gar nichts weiß. [Strophe 3] Ich lauf durch jeden Raum in mir und öffne Türen ohne Ziel. Hinter jeder wartet wieder hier die Frage, die kein Ende will. Ich suche nach dem letzten Grund, der endlich alles ruhen lässt. Doch jeder Ausgang führt mich rund zu mir zurück und hält mich fest. [Bridge] Bald sickert der Morgen ganz langsam herein, und Fragen, die riesig war’n, werden nun klein. Was eben noch Wahrheit und Schicksal verspricht, verliert seine Schärfe im werdenden Licht. Wie seltsam, dass etwas um Viertel vor vier so wirklich erscheint, als wär es schon hier. Vielleicht war die Wahrheit nie größer bei Nacht – vielleicht hat nur Müdigkeit lauter gedacht. [Finaler Refrain] Ich hör die Gedanken, doch bleibe noch hier, sie ziehen wie Züge durch Zimmer in mir. Nicht jeder muss halten, nicht jeder steigt aus, manche fahrn einfach weiter und finden hinaus. Vielleicht ist die Ruhe kein leerer Verstand, nur weniger Greifen mit offener Hand. Was kommt, darf auch gehen, ganz ohne Gericht, nicht alles, was auftaucht, wird dadurch zur Pflicht.



