
[Spoken narration. No music. No singing. Intimate, low female voice. Slightly raspy. Warm and reflective. Her voice carries quiet affection when speaking about Gukdalma.] [Short pause.] [Very soft medieval ambient music slowly begins. Warm, gentle lute and distant harp.] Ich weiß noch, wie sie aussah. Eine alte Frau. Grüne, faltige Haut. Mächtige Hauer, die aus ihren Mundwinkeln ragten. [Small amused breath.] Für die meisten, wäre das vermutlich nicht unbedingt ein beruhigender Anblick gewesen. Für mich… [Pause.] …war es das schönste Gesicht, das ich seit fünf Jahren gesehen hatte. [Long pause.] Sie hieß Gukdalma. Sie war die Schamanin eines wandernden Orkclans. Und sie fand mich in einer Seitengasse. Zitternd vor Kälte. Hungrig. Und nicht mehr weit davon entfernt, einfach aufzugeben. [Pause.] Sie fragte mich nicht, was ich getan hatte. Sie fragte nicht, was ich war. Sie nahm mich einfach mit. [Long pause.] Ihr Clan war selbst nicht besonders beliebt. Sie waren Ausgestoßene. Vielleicht war genau das der Grund, warum sie mich verstanden. Sie wussten, wie es sich anfühlt, wenn die Welt beschließt, dass man nicht dazugehören darf. [Pause.] Sie nahmen mich ohne Vorbehalt bei sich auf. Und ich blieb. [Long pause.] Jahrzehnte. [The music becomes slightly warmer.] Ich lernte ihre Sprache. Ihre Bräuche. Ihre Geschichten. Und irgendwann bemerkte ich etwas, das ich fast vergessen hatte. [Pause.] Ich war glücklich. [Quiet, almost embarrassed laugh.] Wirklich glücklich. [Pause.] Sie gaben mir auch einen neuen Namen. Neshka. Mein elfischer Name war ihnen zu schwierig. [Small amused breath.] Ich kann es ihnen nicht verdenken. Also wurde aus Nijalaeda Neshka. Und ich begann, diesen Namen zu lieben. [Pause.] Meine neue Familie zog durch die Lande. Wir führten kleine Kunststücke auf, erzählten Geschichten und verdienten unser Geld, wo immer wir konnten. Manchmal zeigten wir Dinge, die die Besucher lieber nicht ganz verstanden. [Quiet amusement.] Das brachte meistens besonders gutes Geld. [Pause.] Gukdalma brachte mir ihre Geheimnisse bei. Runen. Alte Bräuche. Und schließlich die Knochen. [Her voice becomes slightly more focused.] Sie zeigte mir, wie man sie liest. Wie man erkennt, was sie erzählen. Und wie man zwischen den Dingen sieht, die sie zeigen. Ich lernte schnell. Sehr schnell. [Small amused breath.] Gukdalma behauptete später, sie hätte das natürlich von Anfang an gewusst. Ich glaube, sie war einfach eine gute Lehrerin. [Pause.] Schon bald konnte ich Dinge erkennen, die selbst ihr verborgen blieben. Möglichkeiten. Entscheidungen. Wege, die vor einem Wesen lagen. Und manchmal Dinge, die beinahe unausweichlich waren. [Long pause.] Aber Wahrsagerei ist kein Geschenk. Nicht wirklich. Jede Antwort hat ihren Preis. Manchmal kostet sie Zeit. Manchmal Kraft. Und manchmal etwas Persönliches. Etwas Wertvolles. Etwas, von dem man sich nur schwer wieder trennt. [Pause.] Und die eigene Zukunft… [Short pause.] …kann man nicht sehen. Das war vielleicht das Seltsamste daran. Ich konnte anderen sagen, was vor ihnen lag. Aber wenn ich selbst wissen wollte, wohin mein Weg führte… [Long pause.] …blieb alles dunkel. [Pause.] Trotzdem kamen sie. Immer mehr. Es sprach sich herum. Eine Elfe mit grauer Haut, verschiedenfarbigen Augen und Klauen an den Fingern konnte Dinge wissen, die niemand wissen konnte. Manche kamen wegen meiner Gabe. Manche nur wegen meines Aussehens. [Quiet amusement.] Ich enttäuschte sie nur selten. [Pause.] Wenn sie erst einmal vor mir saßen, änderte sich ihre Haltung meistens. Sie kamen voller Selbstvertrauen. Und gingen sehr viel stiller. Manche waren erschrocken. Manche erleichtert. Manche weinten. Und einige kamen später wieder. [Long pause.] Was meine Gabe wirklich war, konnte selbst Gukdalma nicht erklären. Ihre eigenen Vorhersagen waren oft ungenau. Meine dagegen… [Pause.] …waren erschreckend häufig richtig. [Long pause.] Ich wusste nicht warum. Vielleicht lag es an meinem Blut. Vielleicht an der Vettel. Vielleicht an etwas, das schon immer in mir gewesen war. [Pause.] Damals stellte ich diese Fragen noch. Heute nicht mehr. [Long pause.] Ich war einfach froh. Ich hatte eine Familie. Eine Aufgabe. Und einen Platz in dieser Welt. [Her voice softens.] Und solange Gukdalma lebte… …hatte ich keinen Grund, nach etwas anderem zu suchen. Ich konnte anderen sagen, was vor ihnen lag. Aber wenn ich selbst wissen wollte, wohin mein Weg führte… [Long pause.] …blieb alles dunkel. [Pause.] Trotzdem kamen sie. Immer mehr. Es sprach sich herum. Eine Elfe mit grauer Haut, verschiedenfarbigen Augen und Klauen an den Fingern konnte Dinge wissen, die niemand wissen konnte. Manche kamen wegen meiner Gabe. Manche nur wegen meines Aussehens. [Quiet amusement.] Ich enttäuschte sie nur selten. [Pause.] Wenn sie erst einmal vor mir saßen, änderte sich ihre Haltung meistens. Sie kamen voller Selbstvertrauen. Und gingen sehr viel stiller. Manche waren erschrocken. Manche erleichtert. Manche weinten. Und einige kamen später wieder. [Long pause.] Was meine Gabe wirklich war, konnte selbst Gukdalma nicht erklären. Ihre eigenen Vorhersagen waren oft ungenau. Meine dagegen… [Pause.] …waren erschreckend häufig richtig. [Long pause.] Ich wusste nicht warum. Vielleicht lag es an meinem Blut. Vielleicht an der Vettel. Vielleicht an etwas, das schon immer in mir gewesen war. [Pause.] Damals stellte ich diese Fragen noch. Heute nicht mehr. [Long pause.] Ich war einfach froh. Ich hatte eine Familie. Eine Aufgabe. Und einen Platz in dieser Welt. [Her voice softens.] Und solange Gukdalma lebte… …hatte ich keinen Grund, nach etwas anderem zu suchen.

