
[Intro] Ich hab lang behauptet, alles wär okay, hab auf jede Frage nur gesagt: „Wird schon irgendwie.“ Hab gelernt, wie man lächelt, ohne etwas zu sagen, und wie man Menschen meidet, die es ehrlich wagen. Doch ihr habt's gemerkt. Noch bevor ich selbst begriff, wie weit ich eigentlich schon weg war. [Vers 1] Ihr kennt die Tasse auf dem Fensterbrett, dieselbe wie schon letzte Woche, komplett verdreckt. Die Tage, an denen mein Handy nicht stillstand, und ich trotzdem keinen Menschen an mich ranließ, irgendwann. Ihr standet unten vor dem Haus im Nieselregen, ich schrieb nur: „Lasst es sein.“ — ihr seid geblieben. Mit 'ner Tiefkühlpizza und dem schlechtesten Film der Welt, als wär das alles völlig normal und nichts, was euch abhält. Ich weiß noch, vier Uhr nachts am Kreisverkehr, die Tankstelle schon zu, die Straßen leer. Keiner von uns hatte irgendeinen Plan, aber zum ersten Mal fühlte sich Schweigen nicht mehr falsch an. [Refrain] Und wenn ich heute wieder lache, dann hört man euch darin. Wenn ich wieder morgens aufsteh, hat das einen Grund und Sinn. Nicht weil ihr mich repariert habt, nicht weil plötzlich alles lief. Ihr habt einfach nicht vergessen, wie man jemanden mitzieht. [Vers 2] Ihr kennt die Nachrichten um halb drei, vollgeschrieben und am Ende doch nicht frei. Die hundert Entwürfe, die ich nie verschickt, weil jeder Satz in meinem Kopf wieder auseinanderbricht. Ihr habt nie mit großen Antworten geprahlt, nie behauptet, ihr hättet alles durchschaut. Oft kam nur ein: „Komm, wir drehen 'ne Runde durch die Nacht.“ Und genau das hat mehr geholfen, als ihr dacht'. Manchmal saßen wir im Auto auf dem Parkplatz vorm Markt, haben dieselben drei Songs gehört und kaum was gesagt. Der Motor lief, die Scheiben wurden langsam blind, und trotzdem war da Ruhe, wo vorher keine war drin. [Refrain] Und wenn ich heute wieder lache, dann hört man euch darin. Wenn ich wieder morgens aufsteh, hat das einen Grund und Sinn. Nicht weil ihr mich repariert habt, nicht weil plötzlich alles lief. Ihr habt einfach nicht vergessen, wie man jemanden mitzieht. [Hook] Danke für die Umwege, für die Fahrten ohne Ziel. Für die Abende, die aussahen, als passierte gar nicht viel. Für die Anrufe mit: „Bist du wach?“ Und das: „Ich komm vorbei.“ Für die Tatsache, dass ihr's wirklich getan habt, statt es nur zu sagen nebenbei. Danke für jede Stunde, in der niemand etwas lösen musste. Für den Platz auf eurem Sofa, wenn mein Kopf mal wieder zu laut wurde. [Bridge] Ich hab erlebt, wie Menschen gehen, wenn das Leben unbequem wird. Wie Versprechen leiser werden und Kontakt irgendwann erfriert. Deshalb weiß ich heute genau, was Loyalität bedeutet. Nicht die großen Worte zählen, sondern wer bleibt, wenn alles schweigt. [Vers 3] Mittlerweile reden wir darüber und lachen sogar, über manchen Absturz, über manches verlorene Jahr. Nicht weil's damals leicht war, nicht weil nichts davon stimmt, sondern weil die Zeit vergeht und man irgendwann wieder gewinnt. Wenn einer von euch nachts anruft, geh ich ran, ganz egal wann. Wenn einer von euch feststeckt, fahr ich los und komm dann. Denn Freundschaft war für euch nie etwas, das nur gilt, wenn alles glänzt. Sie zeigt sich meistens in den Momenten, wo sonst jeder Abstand nimmt. [Final Refrain] Und wenn ihr irgendwann fallt, dann trag ich euch ein Stück. So wie ihr mich damals getragen habt, Schritt für Schritt zurück. Nicht zurück zu dem, der ich früher einmal war. Sondern zu dem Menschen, der noch irgendwo darunter lag. Wenn ich heute wieder lache, dann hört man euch darin. Und wenn mich jemand fragt, wer ich ohne euch wohl bin: Dann sag ich nur, wahrscheinlich längst verschwunden, irgendwo im Grau. Doch ihr seid geblieben. Und dafür dank ich euch bis heute. [Outro] Die Tankstelle hat längst geschlossen. Der Kreisverkehr ist leer. Aber jedes Mal, wenn wir dort vorbeifahren, muss keiner mehr etwas sagen.

