
In einer Welt, wo Geld regiert und Geiz sich breit macht, Tritt eine Frau hervor, die Herzen sanft entfacht. Mit einem Fläschchen Öl, so kostbar wie die Zeit, Schenkt sie dem Fremden Gunst, zur Überraschung aller Leut'. Die Menge murrt empört: "Welch sinnlose Verschwendung! Man hätt' es doch verkauft, für Arme eine Wendung!" Doch er, der Weise, spricht: "Lasst ab von eurem Zorn, Ihr seht nur den Verlust, doch sie sieht weit nach vorn." "Die Not wird stets bestehn, das Elend niemals enden, Doch Augenblicke der Liebe, die kann man nicht verpfänden. Sie gab, was sie besaß, aus reiner Herzensgüte, Ein Tropfen Menschlichkeit in einer Welt, die oft nur wütet." Oft messen wir den Wert in Zahlen und in Münzen, Vergessen dabei ganz das Leuchten in den Augen. Ein Lächeln, eine Geste, ein Wort zur rechten Zeit, Sind mehr als alles Gold, sind Balsam für das Leid. So lasst uns nicht vergessen in unsrem Alltagstrott, Dass Großzügigkeit nicht misst in Menge oder Schrot. Es ist die reine Absicht, die Gabe aus dem Herzen, Die wärmt und die berührt, gleich tausend Kerzen. Vielleicht ist's nur ein Sandwich für den Obdachlosen, Ein Ohr für den Kollegen, der kämpft mit seinen Losen. Ein Anruf bei der Oma, die einsam sitzt zu Haus, Macht oft den Unterschied, treibt Dunkelheit hinaus. So sei nicht geizig mit der Liebe, die du gibst, Denn nur was du verschenkst, ist das, was ewig ist. In jeder kleinen Geste liegt Größe und liegt Macht, Ein Funke Menschlichkeit in einer kalten Nacht. Und wenn man einst erzählt von unsrer Zeit auf Erden, Soll'n nicht die großen Taten nur erinnert werden. Nein, jene kleinen Gesten, voll Mitgefühl und Güte, Sie sind's, die überdauern, wie eine zarte Blüte. Drum öffne deine Hände, dein Herz und deinen Sinn, Denn Geben ist kein Luxus, ist des Lebens tiefster Sinn. In jedem Akt der Liebe, so klein er auch erscheint, Liegt Ewigkeit verborgen, die uns alle eint.

