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Der Tod ist eine Illusion

V6

[INTRO – tiefer Subbass, entfernte Sirenen, ein einzelner Herzschlag] Der Himmel reißt auf. Nicht metaphorisch. Er reißt. Sterne fallen aus ihrer Ordnung. Planeten taumeln durch schwarze Räume. Galaxien zerbrechen unter ihrer eigenen Schwerkraft. Die Zeit beginnt zu stolpern. Sekunden wiederholen sich. Jahrtausende fallen ineinander. Geburt und Untergang geschehen gleichzeitig. Dann— Stille. [STROPHE I] Die Sonne brennt ein letztes Mal. Ozeane verdampfen. Kontinente brechen. Städte werden zu Staub. Die Erde verliert ihre Farbe. Der Mond zerfällt am Horizont in Millionen glühende Splitter. Kein Gebet erreicht den Himmel. Denn über der Welt ist kein Himmel mehr. Nur das schwarze Ende einer Ordnung, die niemals für die Ewigkeit gebaut war. [PRE-CHORUS – Aufbau] Uhren bleiben stehen. Gräber öffnen sich nicht. Sie werden bedeutungslos. Denn wenn die Zeit stirbt, kann auch Vergangenheit keinen Anspruch mehr erheben. [REFRAIN – BRUTAL] DER TOD IST EINE ILLUSION! Lass die Sterne sterben! Lass die Himmel brennen! Lass ganze Universen in sich zusammenfallen! Nichts davon beendet das Sein. Körper zerbrechen. Namen verschwinden. Erinnerungen erlöschen. Doch das Ende einer Form ist kein Ende der Wirklichkeit. DER TOD IST EINE ILLUSION! [STROPHE II – dunkler] Dann stirbt der letzte Stern. Kein Morgen mehr. Kein Sonnenaufgang. Kein Schatten. Nur eine grenzenlose Schwärze, in der selbst Licht zu einer Erinnerung geworden ist. Die letzten Teilchen verlieren ihre Ordnung. Materie zerfällt. Raum wird bedeutungslos. Zeit— endet. Und mit ihr verschwindet das Wort „später“. [BREAKDOWN – fast gesprochen] Kein Danach. Denn danach braucht Zeit. Keine Vergangenheit. Denn Vergangenheit braucht Zeit. Kein Ende. Denn ein Ende braucht etwas, das danach nicht mehr existiert. Und genau hier zerbricht der Gedanke an den Tod. [BRIDGE – Eskalation] Was bleibt, wenn nichts mehr bleibt? Was existiert, wenn Existenz keine Form mehr besitzt? Was ist ein Ende in einem Universum, in dem jede Form aus etwas anderem entsteht? Staub wird Erde. Erde wird Leben. Leben wird Staub. Sterne werden geboren aus dem Tod anderer Sterne. Der Tod ernährt die Schöpfung. Er zerstört nichts. Er verändert. [TOTER MOMENT – komplette Stille] [eine Stimme, trocken] Der Tod hat niemals etwas ausgelöscht. Er hat nur Formen beendet. [FINALER REFRAIN – ALLES EXPLODIERT] DER TOD IST EINE ILLUSION! Wenn der letzte Stern fällt— KEIN ENDE. Wenn die letzte Galaxie erlischt— KEIN ENDE. Wenn die letzte Erinnerung stirbt— KEIN ENDE. Wenn die Zeit selbst zerbricht— KEIN ENDE. Denn das Universum kann sterben. Materie kann sterben. Körper können sterben. Aber das Sein braucht keine Form, um Sein zu sein. [OUTRO – kosmische Leere] Am Ende steht keine Tür. Kein Richter. Kein Himmel. Keine Hölle. Kein Licht. Keine Dunkelheit. Nur das, was niemals geboren wurde. Und genau dort endet der Tod. Nicht weil etwas ihn besiegt. Sondern weil es nie etwas gab, das er hätte vernichten können. [ein letzter tiefer Ton] DAS UNIVERSUM ENDET. DIE FORM ENDET. DIE ZEIT ENDET. ABER DAS SEIN HAT KEINEN TOD.