lihofabo.com Forschungsbericht Nr. 7318 [Gesprochen – sehr sachlich] Forschungsgruppe: Wizz-Ri und Wan-Ti. Spezies: Mensch. Untersuchungsgegenstand: Vernunft. Status: ungeklärt. [Strophe 1] Ein Mensch hilft einer alten Frau, sehr freundlich über eine Straße. Zwei Minuten später schreit er laut einen Autofahrer an der Ampel an. Dann spendet er für einen guten Zweck, am Abend streitet er daheim. Wan-Ti schaut auf die Messwerte: „Kann das wirklich derselbe sein?“ [Wizz-Ri, gesprochen] Bestätigt. [Refrain] Wo ist der Lautstärkeregler der Vernunft? Wir haben überall gesucht. Im Kopf, im Herz, im Tageslicht – gefunden haben wir ihn nicht. Was macht die Vernunft manchmal leise, obwohl der Mensch die Antwort kennt? Vielleicht ist Menschsein eine Reise, bei der Gefühl zuerst losrennt. [Strophe 2] Vielleicht besitzt der Mensch zwei Hirne? Vielleicht sogar drei oder vier? Vielleicht entscheidet eines morgens und nachmittags ein anderes hier? Vielleicht ist Vernunft wetterabhängig? Vielleicht nur dienstags aktiviert? Oder funktioniert sie ausschließlich, wenn das Datum gerade nummeriert? [Gesprochen] Hypothese siebenundzwanzig: Vernunft funktioniert nur an geraden Kalendertagen. [kurze Pause] Leider nein. [Refrain] Wo ist der Lautstärkeregler der Vernunft? Wir haben überall gesucht. Im Kopf, im Herz, im Tageslicht – gefunden haben wir ihn nicht. Dann kam der MUVEK auf den Tisch, halb ätherisch und ziemlich klein. Er misst nicht, was ein Mensch so denkt – nur ob Gefühl und Denken eins sind. [Zwischenteil – musikalisch ruhiger] Und plötzlich zeigten alle Daten immer wieder denselben Klang: Angst zu verlieren. Angst vor Veränderung. Angst, nicht zu genügen. Angst vor dem andern. Je lauter sie wurde, desto leiser wurde etwas anderes. [Wan-Ti, gesprochen] Die Vernunft. [Bridge] Professor Brummelwuss empfiehlt: „Die Menschen brauchen mehr Schlaf.“ Professorin Zirrli widerspricht: „Mehr Waldluft wäre wissenschaftlich ratsam.“ Ein Praktikant hebt vorsichtig die Hand: „Vielleicht sollten Menschen öfter miteinander lachen?“ [Alle Stimmen – trocken] Hm. [Gesprochen] Nach zweistündiger Grundsatzdiskussion wurde beschlossen: Vielleicht. [Finaler Refrain] Wo ist der Lautstärkeregler der Vernunft? Vielleicht gibt es ihn gar nicht allein. Vielleicht reden Herz und Kopf gleichzeitig, und beide wollen Erster sein. Wo ist der Lautstärkeregler der Vernunft? Wir forschen weiter, Stück für Stück. Denn hätten wir den Menschen ganz verstanden, wär unsere schönste Forschung schon vorbei. [Outro – Wizz-Ri und Wan-Ti] „Werden wir sie jemals ganz verstehen?“ „Ich hoffe nicht.“ „Warum?“ „Weil irgendwo auf der Erde bestimmt gerade wieder ein Mensch etwas völlig Unvernünftiges tut …“ [beide, gesungen] … aus den vernünftigsten Gründen der Welt. 🌟🌟🌟🌟🌟🌟🌟🌟🌟🌟🌟🌟 English Translation lihofabo.com Research Report No. 7318 [Spoken – very matter-of-fact] Research team: Wizz-Ri and Wan-Ti. Species: Human. Subject of investigation: Reason. Status: Unresolved. Verse 1 A human helps an elderly woman, kindly guiding her across the street. Two minutes later, at the traffic lights, he shouts at a driver angrily. Then he gives money to a worthy cause, that evening argues back at home. Wan-Ti studies all the readings: “Can this really be the same one?” [Wizz-Ri, spoken] Confirmed. Chorus Where is the volume control for reason? We’ve searched for it everywhere. Inside the head, inside the heart, in broad daylight — it wasn’t there. What makes reason suddenly grow quiet, although the human knows what’s right? Perhaps being human is a journey where feelings always start the flight. Verse 2 Perhaps a human has two brains? Or maybe even three or four? Perhaps one makes decisions in the morning, and another takes the afternoon? Could reason somehow depend on weather? Perhaps it works on Tuesdays best? Or only when the calendar date is even-numbered, by request? [Spoken] Hypothesis twenty-seven: Human reason functions only on even-numbered calendar days. [Short pause] Unfortunately not. Chorus Where is the volume control for reason? We’ve searched for it everywhere. Inside the head, inside the heart, in broad daylight — it wasn’t there. Then MUVEK landed on the table, semi-ethereal and very small. It doesn’t measure human thoughts — just whether thought and feeling match at all. Interlude – music becomes quieter And suddenly the data showed the same recurring signal: Fear of losing. Fear of change. Fear of not being good enough. Fear of those who think differently. The louder fear became, the quieter something else grew. [Wan-Ti, spoken] Reason. Bridge Professor Brummelwuss suggests: “Humans need more sleep.” Professor Zirrli disagrees: “More woodland air would be scientifically advisable.” A young trainee carefully raises a hand: “Perhaps humans should laugh together more often?” [All voices – dryly] Hmm. [Spoken] After a two-hour fundamental debate, the following conclusion was reached: Maybe. Final Chorus Where is the volume control for reason? Perhaps it doesn’t work alone. Perhaps the heart and mind speak simultaneously, and both insist on going first. Where is the volume control for reason? We’ll keep researching, bit by bit. For if we ever understood humans completely, our finest research would be finished. Outro – Wizz-Ri and Wan-Ti “Will we ever understand them completely?” “I hope not.” “Why?” “Because somewhere on Earth, right at this very moment, a human is probably doing something utterly unreasonable…” [Both, sung] …for the most reasonable reasons in the world.


