
Früher gab es richtige Kneipen Do gabb’s Bier unn Schnaps Und natürlich aa Cola unn Limo Unn villeicht emol e Kaffee Mehr brauchte man net Kein Gedöns Man wusst, was man kriegt Manchmal ein Leberwurstbrot mit Gurke Oder e Mettbrötche mit Zwiewele Bierbrezle oder Sol Eier Seltener emol Wiener mit Brot Oder e Erbsesupp mit Speck Ganz einfach Aber es hat gereicht Das gibt es heute alles nimmi Net so wie früher Es war net viel Aber es war genug In unserer Stadt gab’s e Kneip Da gab es die ganze Nacht Frische Brathähnche Unn Pommes Egal wie spät es war Man konnt einfach rein Und es war noch Leben da Die Kneipen waren verraucht Das war halt so Aber sie waren gemütlich Offen bis mindestens morgens um fünf Jeden Tag Oder sie hann erst um fünf uffgemacht Das waren die Frühkneipen Das gibt es heute alles nimmi Diese Zeiten Diese Orte Ganz selbstverständlich Man hat immer Leute getroffen Bekannte Freunde Nachbarn Irgendwer war immer do Allein war man selten Es war gesellig Es war warm Man hat gehört, was neu war Die Menschen waren ehrlich Haben von ihren Sorgen erzählt Und einer hat zugehört Man hat sich kennengelernt Bekanntschaften gemacht Manchmal auch richtige Freundschaft Man hat sich wie dahemm gefühlt Auch wenn man nur zu Gast war Das gibt es heute alles nimmi Aber man weiß noch Wie sich das angefühlt hat Das waren Zufluchtsorte Orte, wo man bleiben konnte Vielleicht auch Orte Wo man einfach gestrandet ist Ohne Fragen Man hat Menschen getroffen Die einen verstanden haben Man brauchte nicht viel Geld Das Bier hat gekostet Einsachtzig Manchmal zwofuffzich Man ist geblieben Gerade deswegen Das gibt es heute alles nimmi Es war eine herrliche Zeit Einfach Unn echt [Spoken, German male voice, Saarland regional accent (Saarbrücken)] Es wor e herrliche Zeit. Un manchmal, wenn mer heut an e verschlossene Kneipetür vorbeigeht, riecht mer noch e bissje den Geroch von Rauch, Bier unn Erbsesupp – un für e kurze Moment hört mer widder des alte, vertraute Lache.

