Die Glocken läuten dumpf und nass aus Kehlen, die schon lange nicht mehr atmen das Kreuz auf dem Turm hängt schief und tropft schwarz auf die faulenden Stufen Kirche des Zerfalls – hier beten wir mit offenen Wunden jede Beule ein Heiligtum, jeder Eiter ein Segen wir knien in Pfützen aus uns selbst und singen während unser Fleisch leise von den Knochen rutscht Kirche des Zerfalls – kein Licht dringt durch die Scheiben nur das warme, feuchte Glühen der Verwesung hier wird nicht erlöst, hier wird vollendet wir verrotten gemeinsam im Namen des heiligen Verfalls [Instrumental] Die Bänke sind aus alten Särgen gezimmert darauf liegen die Gläubigen, aufgequollen und still ihre Haut platzt auf wie überreife Früchte und gibt den Blick frei auf das, was darunter betet Der Priester hat kein Gesicht mehr nur eine glatte, schwarze Fläche, die leise gurgelt er hebt die Hände – Finger aus weichem, grauem Fleisch und segnet die Gemeinde mit einer Handvoll Maden Hier gibt es keine Erlösung nur die langsame, zärtliche Auflösung kein Himmel wartet nur der warme Schoß der Fäulnis Die Orgel spielt mit Pfeifen aus aufgedunsenen Lungen jeder Ton ein feuchtes Röcheln, ein letztes Atmen die Gemeinde singt mit Stimmen, die sich teilen und teilen bis nur noch ein nasses, kollektives Gurgeln bleibt Am Altar liegt das letzte noch lebende Herz es schlägt langsam, schwach, fast dankbar der Priester beugt sich nieder und frisst es mit weichen, schwarzen Zähnen [Instrumental] Kirche des Zerfalls – hier beten wir mit offenen Wunden jede Beule ein Heiligtum, jeder Eiter ein Segen wir knien in Pfützen aus uns selbst und singen während unser Fleisch leise von den Knochen rutscht Kirche des Zerfalls – kein Licht, kein Morgen, kein Ende nur das ewige, warme, feuchte Verrotten wir sind der Leib, wir sind das Blut und der Zerfall ist unser Gott.