Vorwort Denken ist keine Kunst, selbst die gedankenlosesten Zeitgenossen machen sich ihre Gedanken. Gedankenlos eben. Los wovon? Über lose Gedanken hinauszukommen, das traut man heute immer weniger Menschen zu. Das mit dem Gedanken ist nicht zu selten eine gemachte Sache. Gemacht ist der, der den Gedankenlosesten, das scheint nach Überzeugung vieler, die denkenden Masse zu sein, einen Gedanken hinstellt, welcher gleich gar nicht den Gedanken aufkommen lässt, man könne es dem Gedanken gleichtun. Am Ende wäre alles gleichwertig. Doch das ist es eben nicht! Gleichwertig setzt den selben Werte Inhalt voraus. Oder ist etwa gleichgültig gleich gültig? So, da sage einer, Denken sei keine Kunst. Ach das war ja ich, der sowas von sich gegeben hat. Ich stehe auch nicht in Gefahr, in der Reihe derer zu sein, die schon von ihrer Bildungsschicht, die aufgetragen wurde, diese Bildung wieder abtragen mussten. Sie verstehen, ich bin nicht bildungsverdächtig. Der Verdacht ging an mir vorüber und mit ein bisserl Spott sage ich „Ham Sie studiert? Wenn ned, dann können`S auch ned mitreden.“ Ich red ja auch nicht mit. Ich mach ma trotzdem a bisserl abseits meine Gedanken. Am Ende meiner Bildung setzte der Gedanken ans Gedankenmachen ein. Bei all denen die es gewohnt sind mitzureden, aber nicht von der Seite, sondern da wo quasi der Gedanke hinausproduziert wird, da sind solche Laiengedankenmacher unbedeutend. Wie wahr und darum stelle ich meine Gedanken mit etwas Provoziererei gerade so in Szene, dass die Szene der typischen Gedankenmacherei sich nur den Gedanken machen kann, wir ignorieren oder erwähnen den nur am Rande, dann aber ohne jeglichen Gedanken, der auf den Gedanken kommen lassen könnte, dass da manches Nachdenkenswerte wäre. Ah, ein Wert taucht auf, der Nachdenkenswert. Ist es jetzt arg schlimm, wenn bis zu diesem Gedanken niemand auf den Gedanken gestoßen ist, dass die Kunst darin besteht, die Gedanken im rechten Moment zielgerichtet in Zeilen zu formulieren, welche dann das aussprechen, was man öfter wie selten denken, aber nicht immer sagen kann und darf? Da muss man nicht einmal studiert sein. Doch, doch! Oder man ist wer, wer auch immer. Wer auch immer, wenn man wer ist, dann darf man auch! Der Schrott der unsinnigen Gedanken füllt den Mülleimer der Gesellschaft. Seit zwanzig Jahren spiele ich im Spiel der Gedanken mit, der Einsatz war hoch, der Gewinn für die typischen Gedankenmachgewinner eher minimalistisch bescheiden. Ich halte halt am Gedanken fest, wenn die Reflektion kommt, wenn der Spiegel vor meine selbstgemachten Gedanken gehalten wird, dann wird gewiss wer sagen „Wos ham Sie denn studiert?“ Ich werd dann erwidern, ich habe dank meines allergischen Asthmas im Kindesalter nur Hauptschule ghabt. Welch ein Gedanke, Husten und Denken! Des hört sich jetzt sehr gedankenverloren an, aber ich werde in den folgenden Kilo Roldandsgedanken wieder meine Gedanken wagen, auch anlässlich meine persönlichen Jubiläums, Weihnachten Neunzehnhundertvierundachtzig sag ich nur. Vor Zwanzig Jahren entdeckte ich nicht nur meine literarische Seite. Ein Entdecker will entdeckt werden. Gruß aus`m Cafehaus Roland, a boarischer Dichter