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Ausverkauf der Menschlichkeit

V4.5

[Strophe 1 – gesprochen, kühl, fast flüsternd] Man nennt es Fortschritt, wenn das Fleisch nach Plastik schmeckt. Man nennt es Freiheit, wenn der Bildschirm mir Befehle steckt. Ich wache auf – und finde mich in tausend Teilen zersplittert im System aus Glas und kaltem Schweigen. [Zwischenspiel – dunkle Synth-Flächen, Herzschlagbeat] Puls... Puls... Puls... aber kein Leben. [Strophe 2 – intensiver, brüchig] Kinder spielen mit Granaten, wir nennen’s: „Spielplatz mit Optionen“. Der Regen trägt Glyphosat, und unsere Schuld – ist steuerlich abzusetzen. Die Wahrheit blutet in Statistiken, in Diagrammen, in Blöcken aus Ignoranz und leerem Konsens. [Refrain – schreiend, verzerrt] Willkommen im Ausverkauf der Menschlichkeit! Die Seele: reduziert! Das Gewissen: veraltet! Die Würde: nur mit QR-Code gültig! [Strophe 3 – ruhig, bitter ironisch] Sie bauen Mauern aus Meinungen, Zäune aus Worten, sie füttern uns mit Bildern und hungern uns an Bedeutung aus. Die Erde weint unter Beton, doch wir nennen es Komfort. Das Eis schmilzt – doch wir frieren nur in uns selbst. [Bridge – steigende Klangschicht, verzweifelt gesprochen] Wie laut muss die Welt noch schreien, bis wir wieder hören? Wie viele Lügen brauchst du noch, um deine Wahrheit zu begraben? Wie viele tote Kinder sind ein "Kollateralschaden"? Wie viele tote Meere ein "Marktanreiz"? [Letzter Refrain – apokalyptisch] Dies ist der Ausverkauf der Menschlichkeit! Ein Schlussverkauf in Echtzeit! Du zahlst mit deinem Blick – und kriegst dafür: nichts. [Outro – verzerrt, leise, mechanisch] Nichts. Nichts. Du bist… nichts.