
Wer ruft meinen Namen im schweigenden Wald? Der Wind trägt die Stimmen, die Nacht ist so kalt. Die Bäume verneigen sich tief vor dem Mond, als hätte dort draußen schon immer wer gewohnt. Ich halte dich fest, wir sind gleich schon zu Haus, die Schatten der Bäume, sie machen nichts aus. Doch hinter den Zweigen, da flüstert ein Lied, das niemand außer uns beiden sieht. Komm mit mir, komm mit mir, hinter den Schleier der Nacht. Ich zeige dir Welten, von denen kein Mensch jemals sprach. Komm mit mir, komm mit mir, wo die Zeit ihre Flügel verliert. Wo ein einziger Augenblick dich in die Ewigkeit führt. Hörst du die Stimme? Sie ruft mich beim Namen! Ich höre nur Blätter, die fallen und ahnen. Sie steht zwischen Bäumen, ihr Kleid ist aus Licht! Ich sehe die Sterne, doch niemanden nicht. Du brauchst keine Angst vor den Schatten zu haben, sie hüten Geschichten aus vergangenen Tagen. Die Nacht ist ein Meer und der Mond ist ihr Tor, und hinter dem Dunkel singt ein unsichtbarer Chor. Komm mit mir, komm mit mir, hinter den Schleier der Nacht. Ich zeige dir Welten, von denen kein Mensch jemals sprach. Komm mit mir, komm mit mir, wo die Zeit ihre Flügel verliert. Wo ein einziger Augenblick dich in die Ewigkeit führt. Der Himmel wird enger, der Wind wird zum Sturm, die Äste sie schlagen wie Glocken vom Turm. Ich halte dich fester, wir müssen hier fort, doch die Stimme erklingt jetzt an jedem Ort. Du kannst mich nicht halten, ich bin längst schon hier. In jedem Gedanken, in jeder Angst von dir. Ich bin nicht der Schatten, ich bin nicht das Licht. Ich bin nur die Frage: Erkennst du mich nicht? Die Hufe, sie donnern, der Morgen erwacht, ein letzter Stern leuchtet am Rande der Nacht. Die Stimme verstummt und der Wald wird ganz still, als hätte die Nacht uns noch etwas erzählen will. Komm mit mir, komm mit mir, ein letztes Mal durch die Nacht. Doch diesmal verliert sich die Stimme, die eben noch sprach. Und irgendwo zwischen den Bäumen beginnt schon der erste Vogel zu singen. Die Sonne berührt den Horizont, und die Schatten beginnen zu schwinden. Wer ruft meinen Namen im schweigenden Wald? Nur der Wind. Nur der Wind. Und die Nacht wird alt.

