
Wir hatten ja nüscht neu
[Verse 1] Wir hatten ja nüscht, so hört man's heute sagen, 'nen Kühlschrank, der Jahrzehnte konnte tragen. Den Mixer von Mutti, den Toaster aus Metall, die Waschmaschine rumpelte durchs ganze Haus und überall. Der Schrank aus Holz stand fest und schwer, gekauft fürs Leben und nicht für mehr. War etwas kaputt, wurde repariert, weil man schätzte, was man besitzt. [Pre-Chorus] Nicht alles war einfach, manches fehlte hier und da, doch wir machten etwas draus, weil es nun mal so war. [Chorus] Wir hatten ja nüscht – und trotzdem war'n wir reich, an Zeit, an Geschichten, an Menschen gleicher Art. Wir hatten ja nüscht – doch keiner stand allein, heut heißt es oft: „Das Beste nur für mich allein.“ Wir hatten ja nüscht – und vielleicht liegt darin, etwas, das verloren ging. [Verse 2] Der Nachbar kam rüber, wenn Hilfe nötig war, mit Werkzeug in der Hand, ganz selbstverständlich da. Man kannte jedes Gesicht in unserer Straße, und niemand blieb allein in einer schweren Phase. Es gab nicht hundert Sorten in jedem Regal, doch zusammensitzen war uns nie egal. Man teilte, was man hatte, ohne großen Plan, weil Zusammenhalt mehr zählte als Besitz und Überfluss irgendwann. [Pre-Chorus] Die Welt ist voller Angebote, größer als jemals zuvor, doch manchmal scheint das Miteinander ein wenig verlor'n. [Chorus] Wir hatten ja nüscht – und trotzdem war'n wir reich, an Zeit, an Geschichten, an Menschen gleicher Art. Wir hatten ja nüscht – doch keiner stand allein, heut heißt es oft: „Das Beste nur für mich allein.“ Wir hatten ja nüscht – und vielleicht liegt darin, etwas, das verloren ging. [Bridge] Wir lernten früh, dass Arbeit mehr als Worte ist, dass etwas wächst, wenn man Verantwortung übernimmt. Pünktlich sein, anpacken und seinen Teil dazugeben, das gehörte damals einfach mit zum Leben. Und manche Jugend heute kennt die Welt im Bildschirmlicht, doch wie man etwas selber schafft, das kennt sie oft schon nicht. Vielleicht klingt das altmodisch, vielleicht auch aus der Zeit, doch ohne Wurzeln fehlt dem Baum ein Stück Beständigkeit. [Final Chorus] Wir hatten ja nüscht – doch wir hatten uns, zwischen Arbeit, Alltag, Hoffnung und Kunst. Wir hatten ja nüscht – und trotzdem war da viel, mehr als mancher heute sieht. Wir hatten ja nüscht – und darum wissen wir, dass Glück nicht in den Regalen steht vor dir. Wir hatten ja nüscht – und wenn die Zeit vergeht, bleibt das, was man gemeinsam erlebt. [Outro] Wir hatten ja nüscht ... doch vielleicht war genau das manchmal mehr, als wir dachten.

