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Vorwort vom Thomas - 28.03.2002

Vorwort vom Thomas an die Leser noch viel zu wenige seid Ihr und eine Anleitung zum rechten Gebrauch Ja, jetzt sind Sie also eine oder einer der Glücklichen und halten einen Band dieser großartigen, großformatigen Werke des Münchner Caféhaus-Dichters Roland in Ihren Händen. Wissen Sie es eigentlich zu schätzen, was Ihnen da zugefallen ist, so aus purem Zufall? Hat das jetzt der Frisch, der Dürrenmatt oder der Roland gesagt? Das Werk gibt Ihnen einen Eindruck, was exakt vom Ersten April bis zum Dreißigsten Juni Zweitausendzwei in und um und um den Dichter herum passiert ist. Nun, nichts Weltbewegendes in so einem Dorf wie München oder Schleißheim, werden Sie sagen? Abwarten! Lustiges, Trauriges, Spannendes, Abstoßendes, Mitleid Erregendes, prall Lebendiges und tönend Hohles. Eine ganze bunte, irre und wirre Welt, die hineinragt in das überschaubare, sich bewusst auf die nähere Umgebung, die Heimat sich konzentrierende Leben des Dichters. Und die es oft genug durcheinandergewirbelt hat. Was er ausdrückt in seinen Worten, in seinem Wortwitz, der manchmal wahre Purzelbäume schlägt, müsste doch eigentlich auch der Welt “da draußen” ihren Eindruck aufprägen. Bislang tut’s das nicht, nicht offensichtlich jedenfalls. Leider. Gründe für ausbleibenden Anerkennung? - Vielleicht die fehlende Windschnittigkeit; unbequem oft, als ein echter Jünger seines Herrn, geht es ihm um die Wahrheit; die macht oft betroffen und missfällt deshalb heute immer mehr. - Vielleicht auch das Format: zu dick, zu viel, zu schwer für eine Zeit, wo alles so hastig und sauber und mundgerecht geschluckt werden möcht’. Ex und hopp und auf zum nächsten.. Lassen Sie sich doch davon nicht abschrecken! Es muss doch nicht das Ganze auf einen Sitz hinunter. Es gibt doch hier kein Verfallsdatum. Legen Sie den Band einfach auf Ihren Wohnzimmer-Beistelltisch wenn Sie so was haben, sonst halt woanders hin und nehmen ihn, wie ich auch, immer wieder einmal zur Hand und blättern ein bisserl darin herum, so ein halbes Stünderl zwischenrein und freuen sich an einem Imbiss. Der ist dann nicht unbedingt “leicht verdaulich”. Aber auch die geistigen Verdauungsprozesse brauchen ihre Zeit. Und neben dem sauren Apfel findet sich doch gleich ein Schüsselchen – – Amarena-Kirschen! Und nun noch etwas zum Schluss: seien Sie doch bloß gottsfroh, dass so ein Sternenmensch, so ein Menschenfreund Ihnen, ja gerade Ihnen so ein wunderbares Geschenk gemacht hat. Einer, der nicht sofort nur daran denkt, wie viel es kostet. Denken Sie lieber daran, wie viel ihn es gekostet hat. Sie könnten sich da gern etwas erkenntlich zeigen und das heißt nicht unbedingt im materiellen Sinne. Obwohl, seine Familie zählt fünf Köpfe, und die Mädels wachsen immer noch kräftig in die Höhe. Aber selbst nur, eine Antwort, eine Rückmeldung, sei sie freundlich oder kritisch, ist doch besser als gar nichts, besser als dieses Schweigen im Walde. Hat er es vielleicht nicht verdient, bei seiner Hingabe und seinem Herzblut, was hierin steckt? Also, auf geht’s; oder wollen Sie hier als ein schofeler Zeitgenosse oder ebensolche –genossin gelten? Noch ein Nachsatz, eher eine Nachfrage oder zwei, aber die sind nicht für die Leser bestimmt , sondern allein für den Roland: Ist es nicht ein Wunder, dass wir uns begegnet sind? Aber hätte es nicht früher oder später einfach so kommen müssen? Herzlichst, der Caféhaus-Thomas, der so stolz ist, dass er dieses Vorwort schreiben durfte.