[Verse 1: Die große Lähmung] Zwischen Strom und Gebirge im Eichenland mahlt seit Jahrzehnten dieselbe Mühle: Im Seelenzuchthaus der Kindheit, den Konformitätskasernen der Unmündigen, wird der Geist in Reih und Glied gepresst. Das Gleichschaltungsorchester bläst Spaltung und Gehorsam ein, während der Zwangsbasar entmündigter Träume die Ketten aus Gier und falschen Wünschen schmiedet – Lenkbar, gespalten, gefügig, für immer. Schuldig!!! [Refrain: Die Schuldpille] Sie haben uns die Schuldpille In den Rachen gerammt Wir haben geschluckt --- Ewige Schuld Metaphysischer Dreck Vorväter-Schande vollgepumpt --- Unser Sein zerhackt Selbstkastration im Namen der Tugend Wandelnde Entschuldigungen --- So brav, so rein So erbärmlich gehorsam So brav, so rein So erbärmlich gehorsam --- [Verse 2: Der Fluch des Landes] Ahnen-Schatten fallen lang Schuld wird Altar Gift in der Erde --- Jede Wurzel gerissen Jede Verbindung zerfetzt Ekel sickert ins Ich Vor sich selbst --- Wir tragen das Joch Derer, die wir nie kannten Nennen es Gerechtigkeit Nennen es Erbe --- Hass auf das Eigene Wird Hass auf alles Starke Scham wird Dolch Sticht nach außen --- [Refrain-Variante: Die Masken fallen] Wer sich selbst hasst Wird Richter über Lebende --- Heiliges Grinsen Zitternde Hände der Tugend Gutmenschen reißen Larven herunter Reue-Heilige Regenbogen-Henker der Seele Tugend-Terroristen Im Namen des Guten morden --- [Bridge: Die Monster der Umkehrung] Schuld der Väter Ihr liebster Knüppel Prügelt auf die Lebenden --- Was sie Böses nennen Wird ihr neues Böses Verlogener, heimtückischer, giftiger --- Aus falscher Reue wächst Tyrannei Aus Buße wird Folterkammer Moral verschlingt Kinder Lacht mit blutigen Zähnen --- Blutige Hände Die sich fromm waschen Erwürgen das Leben --- [Verse 3: Die Wende] Doch im Innern brodelt etwas Das nicht stirbt --- Ein Ja bricht Durch Schichten der Schande --- Kein Markt kauft es Kein Medium erstickt es Keine Herde zertreten --- Aus Gift der Selbstverneinung Wächst der Hammer Zerschmettert alte Tafeln --- Wir lernen wieder Leben zu lieben Grausam, unschuldig, überfließend Ohne Bitte um Vergebung --- Kein Knien mehr Kein Buckeln vor Schuld Nur brennendes Ja zum Sein --- [Refrain-Finale / Outro: Der Schrei] Steh auf Atme Lebe --- Auch wenn die Herde dich zerreißt In ihrer Mitte bist du frei Weil du wagst, was sie fürchten Dich selbst zu bejahen Bis in die Abgründe hinein --- Steh auf Atme Lebe Steh auf Atme Lebe Steh auf Atme Lebe