
Der Mensch (Den Ich Damals Suchte)
[Intro] Ich hab so oft zurückgeblickt, nur um wieder festzustellen, dass da niemand stand. Also werd ich jetzt der Mensch, den ich damals suchte … auch wenn’s brennt. [Vers 1] Ich war immer das Kind, das glaubte, es sei zu viel, zu laut, zu schief im Takt der anderen, nie passend in den Raum gebaut. War dieser Fremdkörper, der im Schatten von Gesprächen klebte, und jedes Wort von außen wie ’nen Schlag in seine Rippen nahm und lebte. Lag nachts wach mit Tränen, starrte stumm in die Zimmerdecke, und alles, was ich fühlte, war die Angst, dass ich mich selbst verstecke. Hab meine Träume wie verbannt in staubige Regale, doch tief in mir zerrten sie an jedem Zweifel, jeder Wahl, jeder Fassade. [Pre-Chorus] Keiner war da, der mir sagte: „Halt durch, bleib dran. Es ändert sich, nur später – irgendwann.“ [Chorus] Also werd ich jetzt der Mensch, kein Retter, kein Held, aber jemand, den ich früher gebraucht hätt in meiner Welt. Einer, der bleibt, wenn es reißt und das Innere brennt, der die Hand hinhält, während der Rest vor mir rennt. Und wenn ich fall, dann steh ich diesmal selbst für mich auf — das ist das Wort, das ich mir endlich glaub. [Vers 2] Ich hab gelernt, dass Stärke nicht brüllt, sondern leise wird, wenn keiner hinsieht, keiner fragt, und keiner deine Wahrheit hört. Hab mich verbogen, nur um irgendwo hineinzugeh’n, nur um zu merken: Das bin ich nicht, und war ich nie – kann man mir seh’n. Ich hab die Stimmen in mir lang wie Feinde behandelt, bis ich begriff, dass jede Schwäche mich nicht bricht, sondern verwandelt. Und dass die Narben, die ich trage, mich nicht kleiner machen, sie sind Beweise, dass ich lebe – und nicht bloß still ertrage. [Pre-Chorus] Keiner war da, der mir zeigte, was Hoffnung ist, also bau ich sie jetzt selbst — Stück für Stück, bis sie mich trifft. [Chorus] Also werd ich jetzt der Mensch, kein Retter, kein Held, aber jemand, den ich früher gebraucht hätt in meiner Welt. Einer, der bleibt, wenn es reißt und das Innere brennt, der die Hand hinhält, während der Rest vor mir rennt. Und wenn ich fall, dann steh ich diesmal selbst für mich auf — das ist das Wort, das ich mir endlich glaub. [Bridge] Ich hab mich endlos verloren in Erwartungen, Normen, in Räumen, die mich formten zu verzerrten, stummen Formen. Doch ich bohr durch die Schichten, die mich früher begruben, und find in dem Schutt meine eigenen Gründe zu atmen und zu lieben. Ich heb mich selbst aus dem Staub, aus dem Druck, aus der Last, aus dem alten, krummen Bild, das mich nie zu mir passen ließ und verprasst. Ich bin nicht fertig, nicht heil, aber bereit für mein Leben — und ich schwör mir selbst: Diesmal werd ich nicht mehr danebenstehen. [Finaler Refrain] Also werd ich jetzt der Mensch, der bleibt, wenn’s dunkel wird, der sich an seine eigene Schulter lehnt, wenn alles schmerzt und irrt. Der die Tür offen hält, auch wenn keiner mehr erkennt, wie schwer es fällt, wenn die Welt dich verbrennt. Ich werd die Stimme sein, die mir früher fehlte im Lärm — und ich trag sie jetzt selbst. So werd ich heimwärts geformt.


