
(Intro – nur das Klingeln eines Handys. Ein leises Klicken.) Mailbox: “Sie - haben -eine - neue - Nachricht…” ⸻ Strophe 1 Mitten im Regen, mitten im Licht, der Asphalt flimmert, der Himmel zerbricht. Mein Handy klingelt, kein Name, kein Ton, nur eine Nummer aus längst vergang’ner Zeit davon. Ich nehme nicht ab, ich höre nur hin, als läge die Antwort tief in mir drin. Dann diese Stimme, so jung und vertraut: “Ich hoffe, du hast deine Träume gebaut.” ⸻ Pre-Chorus Ein Satz genügt und die Stille zerbricht, was tief unter Staub lag, vergisst sich doch nicht. Ich steh auf dem Dach zwischen Himmel und Stadt und frag mich zum ersten Mal, wer sich verloren hat. ⸻ Refrain Wenn Erinnerungen krank machen, was heilt dann die Zeit? Wer trägt ihre Schatten bis zur Ewigkeit? Warum ruft Vergangenes an, obwohl es längst vergeht? Warum bleibt ein Herz noch stehen, wenn die Welt sich weiterdreht? ⸻ Strophe 2 Die Stadt wirft Schatten auf nassen Beton, als wäre sie Hüter, vergangener Lohn. Kein Blick aus dem Fenster, nur Spiegel im Licht, als zeigten sie alles – nur mich selber nicht. Die Luft steht schwer wie ein Sommertag, doch Regen fällt leise auf jedes Versagen. Vielleicht sind Erinnerungen nichts als ein Meer, man schwimmt immer weiter und landet nie mehr. ⸻ Strophe 3 Ich suchte Antworten im leeren Glas, lief tausendmal fort und blieb trotzdem da. Hab alte Gedanken auf Hochglanz poliert, bis selbst meine Wahrheit den Glanz verliert. Ich trug deine Worte wie Steine in der Hand, hab Brücken verbrannt und den Rückweg verbannt. Jetzt hör ich die Stimme aus längst vergang’ner Zeit – und spür, dass Verzeihen mehr heilt als der Streit. ⸻ Strophe 4 Vielleicht war die Mailbox nie wirklich real, nur Echo von gestern in endloser Zahl. Vielleicht war die Stimme schon immer in mir, versteckt zwischen Zweifeln, verschlossen wie eine Tür. Sie fragte nicht laut, sie beklagte sich nie, sie wartete schweigend – geduldig wie Schnee. Erst heute versteh ich, das war damals der Start: Nicht sie hielt mich fest … so ist meine Art. ⸻ Bridge (Musik fast verstummt.) Du sagst: “Wenn du das hörst, hast du bestimmt gelernt zu fliegen. Du wirst Fehler machen. Doch hör bitte niemals auf zu lieben.” Ich schließ meine Augen. Zum ersten Mal klingt deine Stimme wie meine. ⸻ Letzter Refrain Nicht die Erinnerung macht mich krank. Nicht der Regen. Nicht der Sommer. Ich war es. Ich hielt jede Wunde wie einen Beweis, dass gestern noch lebt. Doch heute lass ich sie gehen. ⸻ Outro (Das Handy klingelt erneut.) Ich sehe auf das Display. Dieselbe unbekannte Nummer. Diesmal lächle ich. Ich drehe das Handy um. Der Regen fällt weiter. Ein letzter Piepton. Stille.

