
38. Breitengrad
[Verse 1] Eine Linie, schnell gezogen, auf Papier, fern von dem Land. Tinte trocknet, Grenzen stehen, ohne Stimme, ohne Hand. Zwei Systeme wachsen leise, aus derselben Erde hier — gleiche Sprache, gleiche Häuser, doch getrennt durch fremde Gier. [Chorus] Ein Grad auf einer kalten Karte, ein Schnitt durch Zeit und durch ein Land. Kein Fluss, kein Berg als Grenze nötig — nur eine Linie, die uns band. [Verse 2] Feuer fällt aus grauem Himmel, Städte brennen, Nacht wird Tag. Panzer rollen durch die Felder, jeder Schritt ein neuer Schlag. Fremde Fahnen, fremde Befehle, jeder kämpft für fremdes Ziel — und im Rauch verschwinden Namen, in einem endlosen Profil. [Chorus] Ein Grad auf einer kalten Karte, ein Schnitt durch Zeit und durch ein Land. Kein Fluss, kein Berg als Grenze nötig — nur eine Linie, die uns band. [Bridge] "You are approaching the demilitarized zone." Schritte stoppen vor dem Draht, Augen treffen sich im Licht. Eine Grenze ohne Antwort, und sie bewegt sich doch nicht. [Verse 3] Jahre fallen still wie Staub, der Beton wächst aus der Zeit. Ein Land lebt in zwei Erinnerungen, getrennt für die Ewigkeit. Stimmen bleiben auf der anderen Seite, Namen tragen weite Wege — und was einst als Linie begann, wurde Grenze ohne Ende. [Final Chorus] Ein Grad auf einer kalten Karte, ein Schnitt, der tiefer weitergeht. Was einst in Stunden festgelegt war, besteht, auch wenn die Zeit vergeht. Zwei Welten, dicht und doch getrennt, ein Blick, der nie hinüber reicht — und jede Spur, die man noch kennt, verblasst, bis sie dem Schweigen weicht. [Outro] "Stand clear."

