
In der Provinz, so hört man munkeln, Da tagt die Justiz im Dunkeln. Dort lebt Frau Eule Rauchernebel, Die schwenkt die Feder wie einen Säbel. Sie soll den Oberbiber, Ein wirklich ganz ein Lieber, Doch ohne Vorurteil beäugen, Statt Nettigkeiten über ihn zu vergeuden. “Wie oft”, so fragt ein Spatzenchor, “Saßt ihr wohl nach des Amtes Tor Bei Suppe, Keks und süßem Brei, Ganz ohne Akten, just dabei?” Und weiter fragen sie höchst entzückt: “Wie oft hat Eule sanft gebückt Den Dachs - ihren Chef, Bei Kuchen, Kaffee, ganz nett beglückt? Wie oft saßen wohl alle drei Am Badehaus bei Plörre, ei? Auch dienstlich wird von Biberlein Mit Eule und dem Dachs gemein Erörtert, wer sich schuldig macht, Weil jemand‘ Klage ist erwacht. Es fragt sich nun der fromme Mann: Ist Eulens Schnabel wahr und kann Sie klären, was zu klären wär, Ganz ohne Vorurteil und falsche Ehr? Man sieht: Der Zweifel nagt am Stolz, Wie an morsch gewordnen Eichenholz. Die Moral von dieser Geschicht: Wer blinde Eulen befragt, bringt nichts ans Licht.

