
Nach einem Date mit einer Elefantin ein junger Elefant befand, dass er sich fühle seel‘n-verwandt mit der gedeteten charmanten Elfenbein-Gigantin. Ihr Wesen übermannt ihn. Und außerdem ein bissl, so spürt er, juckt’s im Rüssel. Der Elefant schon träumt, er werde mit ihr gründen eine Herde. Und fängt an zu trompeten, um gleich mit ihr zu chatten. Jedoch dem Flirt aus vollem Rohr die Umworb‘ne schenkt kein Ohr. Auch sonst erweist die Elefantin sich komplett als Ignorantin. Gemeldet hat sie sich, wie öd, nicht mit dem leisesten Tröt-Tröt. Drum raten die Verwandten alsbald besorgt dem Elefanten, als er fast aufgehört zu fressen: „Die Elefantin kannst vergessen!“ „Vergessen!?“, drauf der Elefant. „Was ihr verlangt, ist allerhand. Fürs Erinnern sind wir doch bekannt, wir Elefanten. Selbst wollt‘ ich sie vergessen, weil vom Gedanken ich besessen, sie aus meinem Geist zu streichen, würd ich nicht viel erreichen, weil das Nicht-Erinnern stresst. Drum SIE vergessen!? DAS vergesst!“ Und tatsächlich – 50 Jahre später, durchs Wildgras trottet der Trompeter. Der Rüssel schlapp, die Beine dick, die Zähne stumpf und müd‘ der Blick. Nur eines, das nicht schlecht is‘: sein glänzendes Gedächtnis. So sieht er vor sich wie gemalt der Elefantin Wohlgestalt. Und denkt dann still im Augenblick an jenes ferne Date zurück. Und wer dann noch genau hinsieht, entdeckt am Rand vom Augenlid, wie eine Träne tritt hervor – sie fließt entlang vom Ohr, bis sie von grauer Elefantenhaut fällt lautlos in Savannenstaub.

