Song Cover Image

ZWISCHEN EUREN BLICKEN

+ Show full styles
V6

ZWISCHEN EUREN BLICKEN [Intro – gesprochen] Blue Balu. Zwischen euren Blicken. Manche sehen die ganze Welt und nehmen kaum noch etwas wahr. Andere sehen fast nichts und spüren trotzdem, wer vor ihnen steht. [Strophe 1 – Rap] Ich geh durch diese Straßen, hör das Leben an mir zieh’n, tausend schnelle Schritte, die vor ihren Sorgen flieh’n. Dunkle Brille, weißer Stock – eigentlich klar markiert, und trotzdem werd ich angerempelt, weil der Blick sich selbst verliert. Einer tippt auf seinem Handy, einer rennt der Zeit voraus, einer trägt noch seinen Arbeitstag in seinem Kopf nach Haus. Nein, ich glaub nicht, dass ihr kalt seid oder absichtlich so handelt, nur dass Zeitdruck offene Augen oft in Scheuklappen verwandelt. Ich seh fünf Prozent der Welt, doch hör, wie sie sich dreht, spüre an der kleinsten Pause, wenn ein Mensch vorübergeht. Man kann alles vor sich sehen, jede Farbe, jedes Licht – und doch das Leben übersehen, wenn man nicht nach Menschen blickt. [Refrain – groß und emotional] Wir leben zwischen euren Blicken, mitten unter euch und doch so oft allein. Wir sind keine Geister, keine Schatten ohne Namen, wir woll’n einfach Teil des Ganzen sein. Ihr müsst uns nicht retten, kein Mitleid in euch tragen, keinen Helden spielen, um besonders zu sein. Manchmal reicht ein Schritt zur Seite und ein ehrliches: „Kann ich hilfreich sein?“ Wir leben zwischen euren Blicken, doch vielleicht schaut heute jemand wirklich hin. Denn das wahre Sehen fängt nicht bei den Augen an, sondern tief im Herzen. [Strophe 2 – Rap] Da sitzt ein Mann im Rollstuhl vor der nächsten hohen Stufe, hinter ihm die Menschenmenge, vor ihm ungehörte Rufe. Nur ein Blick, der leise fragt: „Gibt es hier vielleicht ’nen Weg?“ Doch die Stadt bleibt laut und eilig, während er im Stillstand steht. Eine Frau braucht etwas länger an der Kasse nebenan, schon verraten fremde Seufzer, was Geduld bedeuten kann. Einer kämpft mit einer Krankheit, die kein fremdes Auge kennt, und wird vorschnell abgestempelt, weil man seine Grenzen nicht erkennt. Manche tragen ihre Narben offen, andere tief versteckt, manche werden erst bemerkt, wenn ihre Kraft nicht länger reicht. Jeder Mensch hat eine Geschichte, doch im Lärm geht sie verlor’n, zwischen Terminen und Sekunden wird aus Nähe Distanz gebor’n. Das hier ist kein Zeigefinger, keine Schuld und kein Gericht, denn auch hinter euren Augen fehlt an manchen Tagen Licht. Jeder trägt sein eignes Päckchen, jeder sucht den nächsten Halt – doch wenn keiner mehr hinschaut, wird die Welt gemeinsam kalt. [Refrain – kraftvoll] Wir leben zwischen euren Blicken, mitten unter euch und doch so oft allein. Wir sind keine Geister, keine Schatten ohne Namen, wir woll’n einfach Teil des Ganzen sein. Ihr müsst uns nicht retten, kein Mitleid in euch tragen, keinen Helden spielen, um besonders zu sein. Manchmal reicht ein Schritt zur Seite und ein ehrliches: „Kann ich hilfreich sein?“ Denn das wahre Sehen fängt nicht bei den Augen, sondern tief im Herzen an. [Bridge – halb gesprochen] Fass mich nicht ungefragt an – frag mich, ob ich Hilfe brauch. Sieh den Menschen hinter meiner Blindheit, dann seh ich dich auch. Wir brauchen keine Sonderwelt, kein Podest und kein Revier, nur dieselben offenen Türen und den gleichen Platz wie ihr. Keine Trennung, kein „die dort“, kein Mitleid als Pflicht – nur Menschen, die erkennen: Auch im Dunkeln lebt ein Licht. [Strophe 3 – Rap, steigernd] Vielleicht gehst du morgen raus und lässt das Handy einmal ruh’n, nicht um irgendwen zu retten, nicht um etwas Großes zu tun. Vielleicht siehst du an der Ampel, dass da jemand Hilfe braucht, oder fragst erst, statt zu ziehen, weil Respekt Vertrauen braucht. Vielleicht hältst du eine Türe, lässt dem Rollstuhl etwas Raum oder schenkst der stillen Frau an deiner Kasse etwas Zeit. Diese Menschen waren niemals unsichtbar oder fern, nur der Alltag lag wie Nebel zwischen ihnen und der Welt. Und vielleicht seh ich dich morgen, nicht mit Augen, doch mit Sinn, hör die Wärme in der Stimme und erkenne, wer du bist. Dann sind wir nicht zwei Welten, nicht verschieden, nicht getrennt, sondern Menschen, die einander für ’nen Augenblick erkennen. [Kurzer Break – gerufen] Blue Balu! Augen auf! Ohren auf! [Finaler Refrain – maximal, gemischter Chor] Wir leben nicht mehr zwischen euren Blicken, wir sind mitten unter euch und nicht allein. Keine Geister, keine Schatten ohne Namen – wir gehören selbstverständlich mit hinein. Augen auf, Ohren auf, das Herz nicht verschließen! Nicht nur durch die Welt geh’n – die Menschen darin seh’n! Es braucht kein Mitleid und auch keine großen Worte, manchmal reicht es, füreinander einzusteh’n. Augen auf, Ohren auf, den Kopf nicht verlieren! Lasst uns niemanden im schnellen Alltag überseh’n! Denn das wahre Sehen fängt nicht bei den Augen, sondern dort an, wo wir Menschen uns versteh’n. [Outro – gesprochen, Musik stoppt] Ich sehe vielleicht weniger von dieser Welt. Aber ich nehme sie wahr. Und du?